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Der Wiener Spartenobmann Rainer Trefelik empfiehlt den Handelsbetrieben, rechtzeitig die notwendigen Schritte für einen barrierefreien Zugang zu setzen. (Bild: WKO/Gerry Frank Photography 2015)

Dominik Schebach, 28.5.2015

Wiener Spartenobmann Rainer Trefelik zu Barrierefreiheit im Handel

Was ist einem Handelsbetrieb zumutbar?

Ab 1. Jänner 2016 müssen alle Waren, Dienstleistungen und Informationen, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, barrierefrei angeboten werden. Für Menschen mit Behinderungen wird das Leben damit leichter, auf die Handelsbetriebe kommen damit aber nicht nur Chancen sondern auch Verpflichtungen zu. In folgenden Kommentar geht nun der Wiener Spartenobmann Rainer Trefelik der Frage nach, was nun einem Unternehmen zumutbar ist.

Barrierefreiheit geht uns alle an, daher jetzt informieren!

Wenn ab 1. Jänner 2016 alle Waren, Dienstleistungen und Informationen, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, barrierefrei angeboten werden müssen, so sind damit Maßnahmen umzusetzen, die letztlich nicht nur Menschen mit Behinderungen das tägliche Leben leichter machen. Darin steckt ein großes Potenzial für die Wiener Handelsunternehmen, sich als kompetenter Partner zu profilieren, wenn man sich rechtzeitig informiert und die notwendigen Schritte setzt. Die Sparte Handel unterstützt dabei.

Was ist einem Unternehmen zumutbar?

Mit 1.1.2016 tritt das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in vollem Umfang in Kraft. Was bedeutet dies nun konkret für Wiens Unternehmer? Ob und wieweit ein öffentlicher Lebensbereich, zB ein Geschäftslokal, barrierefrei zu gestalten ist, ist im Rahmen einer Zumutbarkeitsprüfung zu beurteilen. Im Rahmen dieser Zumutbarkeitsüberprüfung ist auch zu berücksichtigen, ob wenigstens versucht wurde, die Situation behinderter Personen zu verbessern. Konkret bedeutet das einerseits, dass unter Umständen auch geringere Maßnahmen als eine vollständige Barrierefreiheit ausreichen. Andererseits führt aber die Unzumutbarkeit einer vollständigen Barrierefreiheit (also die Unzumutbarkeit des technisch Möglichen) noch nicht dazu, dass damit das Thema Barrierefreiheit überhaupt außer Acht gelassen werden kann. Vielmehr sind sämtliche zumutbaren Maßnahmen so weit zu treffen, dass die Situation behinderter Personen möglichst verbessert wird. Die Sachlage ist also nicht unkomplex und bedarf daher detaillierter Information. Die Sparte Handel und die Wirtschaftskammer bieten dazu umfangreiche Initiativen an.

Webinar am 9. und 16. Juni 2015

Die Wirtschaftskammer Wien bietet am 9. und 16. Juni ein Online-Seminar (Webinar) mit dem Anwalt für Gleichbehandlungsfragen, Mag. Aaron Banovics an. In seinem Online-Vortrag erhalten Sie Antworten auf Fragen, wie „Was ist Barrierefreiheit? Wer ist zu Barrierefreiheit verpflichtet? Welche Mindestvoraussetzungen von Barrierefreiheit muss ich erfüllen? Was passiert, wenn ich diese nicht erfülle bzw. nicht erfüllen kann? Mit welchen Konsequenzen und Strafen muss ich rechnen? Was bedeutet „Zumutbarkeit“? Welche (kreativen) Möglichkeiten habe ich, wenn ich die Ö-Normvorgaben (z.B. mangels Umbaumöglichkeit) nicht erfüllen kann?“ und vieles mehr. Details dazu und Anmeldungen unter wko.at/wien/barrierefreiheit

Roadshow „Barrierefreiheit“ im Herbst 2015 im MesseCongressCenter

Noch mehr Inhalte und vor allem praktische Beispiele in einer begleitenden Fachausstellung mit der Möglichkeit individueller Beratung gibt es bei der großen Roadshow in Zusammenarbeit mit der Bundessparte Handel im Herbst 2015 im MesseCongressCenter Wien. Das genaue Datum wird bis Mitte Juni unter wko.at/wien/barrierefreiheit bekanntgegeben. Die Einladungen erfolgen danach an alle Wiener Handelsunternehmen.

Geförderte Beratungsaktion durch das WIFI-Wien

Oft bewirken aber auch kleine Dinge ganz Großes. Ziel der Beratung durch die WIFI-Unternehmensberatung ist es, auch mit kleinem Budget viele Barrieren abzubauen. Zunächst erfolgt eine Begutachtung der Räumlichkeiten und eine Erhebung des Ist Standes. Gemeinsam mit einem Experten/einer Expertin aus dem WIFI Wien Beraterpool werden Tipps und Tricks für die einfache Umsetzung erarbeitet. Das Erstgespräch ist bis zu zwei Stunden kostenlos, hier erfolgt eine Analyse der Ist Situation (Erstbesuch). Danach gibt es eine ermäßigte fachliche Begleitung in der Bearbeitung der einzelnen Arbeitsfelder und konkrete Vorschläge für die Umsetzung der Verbesserungen direkt vor Ort. Weitere Infos gibt es unter www.wifiwien.at/ub

Dominik Schebach, 28.5.2015