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Wolfgang Schalko, 20.4.2015

Multimedia-Kommentar E&W 4/2015 von Wolfgang Schalko

Schall und Rauch

Ab nun werfen wir in jeder E&W-Ausgabe einen Blick auf das Thema Audio – das ganze Jahr hindurch und aus allen Richtungen. In Summe also sehr umfassend und in einer Form, die für jeden Händler einen Einstiegspunkt oder Knoten zum Anknüpfen bieten soll – schließlich soll vom „Jahr der großen Töne”, wie sich unser Audio-Schwerpunkt nennt, jeder etwas haben.

Warum eine solche Initiative notwendig ist, beweist die Entwicklung des TV-Marktes am allerbesten: Dass Stückzahlen und Umsätze wieder wachsen, hat seinen Preis – es geht auf Kosten der Durchschnittspreise, die weiter sinken. Und obwohl die Erträge somit ebenfalls zwangsläufig schrumpfen, steigt der Anteil des TV-Geschäfts in der Unterhaltungselektronik munter weiter. Damit wird eine Abhängigkeit gefördert, die nicht erst seit heute alles andere als gesund ist. Daher ist es höchste Zeit, wieder ein zusätzliches (Stand-)Bein auf den Boden zu bekommen. Dass der Themenkomplex Audio diese Funktion erfüllen kann, wurde bis zum Aufkommen der Flat-TVs ja vorgelebt. Noch dazu sind die Möglichkeiten heute wesentlich weiter gefasst als früher und – auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheinen mag – vieles ist heute wesentlich einfacher bzw überhaupt erst machbar.

Ein wesentlicher Aspekt bei allem, was Sound angeht, ist die Emotion. So wie wir Sie, unsere Leser, dazu motivieren wollen, den Schritt in Richtung Audio-Vermarktung zu wagen, so ist es dann an Ihnen, die Leidenschaft und das Gefühl in entsprechender Form bei Ihren Kunden zu wecken bzw es zu diesen zu transportieren. Anders gesagt: Der Funke muss überspringen. Um das zu erreichen, gibt es vielfälte Möglichkeiten – die wir Ihnen natürlich ebenfalls vorstellen möchten. Eine sehr einfache, die bei mir kürzlich großen Eindruck hinterlassen hat, stammt von einer Reise: Jeder, der berufliche trips zu absovieren hat, kennt das Dilemma des fehlenden Radios – sofern man nicht gerade das Glück hat, am Ende der Senderliste des ohnehin nur schlecht funktionierenden Hotel-TVs ein paar lieblos zusammengewürfelte Radiosender zu finden. In besagtem Hotel fiel mir jedenalls das unübsehbar an der Wand aufgebrachte Bluetooth-Symbol auf, in dessen Nähe ich dann einen der gerade voll im Trend liegenden Speaker fand. Radio hatte ich zwar trotzdem nicht, aber dafür die Musik von meinem Smartphone in raumfüllender Ausführung – ein erhebendes Gefühl...

Ob die Anzahl der Printausgaben für unser Vorhaben reicht, dem Audio-Bereich frisches Leben einzuhauchen, wird sich angesichts der vielfältigen Perspektiven, aus denen sich dieses Thema heute betrachten lässt, noch weisen. Wir werden's auf jeden Fall versuchen. Schon vorab steht jedenfalls eines fest, und das hat erfolgreiches Audio-Business mit dem – zumindst vom Hörensagen den meisten wohl als sehr schwierig bekannten – Aufhören zu rauchen gemeinsam: Halbe Sachen sind sinnlos. Wenn man nicht überzegt ist und selbst nicht wirklich will, dann wird's einfach nix.

Wolfgang Schalko, 20.4.2015