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Wolfgang Schalko, 10.2.2014

Elektrotechnik-Kommentar E&W 1-2/2014 von Wolfgang Schalko

The Next Big Things

Während sich die Augen der Branche in Anbetracht der bevorstehenden Light + Building schön langsam nach Frankfurt zu richten beginnen, hat sich jenseits des Atlantiks etwas ereignet, das man ebenfalls im Blick behalten sollte.

In Las Vegas stand wie jeden Jänner auch heuer die CES auf dem Programm. Dieses mit der IFA in Berlin alljährlich um den Titel „Bedeutendste Consumer Electronics-Messe der Welt" wetteifernde Event bietet den sich immer breiter aufstellenden Technologiekonzernen aus Fernost die perfekte Gelegenheit, das globale Publikum mit ihren Innovationen zu beeindrucken.

Genau das passierte auch dieses Mal, einmal mehr unter federführender Rolle von Samsung: Hatten die Koreaner vor gar nicht allzu langer Zeit den Lichtsektor ins Auge gefasst, so ist es diesmal weit mehr als das. Unter der Bezeichnung „Smart Home” soll eine Plattform etabliert werden, mit der sich sämtliche Geräte des täglichen Lebens – vom Fernseher über den Kühlschrank bis zur Türkontrolle oder der Heizungsregelung – steuern lassen. Zentral, versteht sich, und wie es sich für ein modernes technologieunternehmen schickt, wird der dazugehörige Server in der Cloud angesiedelt sein. Böse Zungen mögen das vielleicht als „irgendwo im nirgendwo” betrachten, aber eines steht ebenfalls außer Zweifel: die Zeiten haben sich geändert und es ist nicht länger nur das real, das auch physisch begreifbar ist.


Selbst wenn man alle übrigen Entwicklungen ausklammert, so ist die Elektrotechnik – und deren beim Kunden hantierenden Vertreter – um zumindest zwei große Herausforderungen reicher: Erstens ist es spätestens jetzt höchste Eisenbahn, sich mit IP, Netzwerk und allen sonstigen Begriffen des zeitgemäßen IT-Jargons auseinanderzusetzen. Denn ganz offensichtlich verschmelzen die Geräte und Bereiche wesentlich schneller, als man es noch vor wenigen Jahren überhaupt für möglich gehalten hätte – und dabei stehen wir wohlgemerkt noch eher beim Anfang als am Ende der Entwicklung. Zweitens bekommt der Begriff „Sicherheitstechnik” eine völlig neue, deutlich umfassendere Bedeutung. Ging es in der Vergangenheit darum, Einbrecher, Brände, Kurzschlüsse oder sonstige „tatsächlichen” Schäden und Bedrohungen abzuwehren, so stellt auch hier die größte Gefahr eine unsichtbare dar – Stichwort: Hacker. Dass daraus sehr schnell reale Szenarien werden können, skizzieren derzeit beispielsweise die Kritiker der vorschnellen Smart Meter-Einführung. Die werden zwar gerne als „Datenschützer” abgetan – doch vielleicht schützen sie ja wesentlich mehr …

Wolfgang Schalko, 10.2.2014