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Wolfgang Schalko, 14.1.2014

Erneuerbare Energie Österreich

„Nachdenkpause” bei der Smart Meter-Einführung gefordert

Die hohen Kosten und der beschränkte Nutzen würden die Sinnhaftigkeit der neuen Stromzähler in Frage stellen. Daher verlangt der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) eine Nachdenkpause für die geplante Einführung der sogenannten „Smart
Meter”.

Bekanntlich sollen die neuen Stromzähler genauere Informationen über das Verbrauchsverhalten der Stromkunden verschaffen und eine bessere Abstimmung von Stromnachfrage und -angebot ermöglichen. Die Geräte seien aber sehr teuer und gerade bei Haushaltskunden werde sich der Stromverbrauch in der Praxis kaum ändern. „Die Einführung der Smart Meter bei Haushaltskunden kostet viel und bringt wenig, und daher verlangen wir eine Nachdenkpause", so Jurrien Westerhof, Geschäftsführer vom EEÖ.

Argumentationslinie
Rechnet man die Kosten der neuen Zähler von 100 bis 150 Euro, dann sei davon auszugehen, dass alleine die Geräte für die Haushalte Kosten von bis zu einer halben Milliarde Euro verursachen. Dabei beträgt der Stromverbrauch der Haushaltskunden nur etwa ein Viertel des gesamten Strombedarfs, und die Installation eines Smart Meters werde in der Praxis wahrscheinlich nicht viel an ihrem Verbrauchsverhalten ändern. Viel mehr Nutzen würde erreicht werden, wenn es gelänge, den Stromverbrauch großer Industrieunternehmen stärker zu steuern.

Derzeit ist vorgesehen, dass bis Ende 2019 95 Prozent der Stromzähler umgestellt werden müssen. Lediglich fünf Prozent der Kunden darf von der sogenannten Opt-Out-Regelung Gebrauch machen und den alten Zähler behalten. Ungeklärt ist jedoch, wer zu diesen fünf Prozent gehören darf, und was passiert, wenn mehr Menschen als erlaubt den Smart Meter verweigern.
Erneuerbare Energie Österreich sieht die Einführung der Smart Meter deshalb sehr kritisch. „Das Stromnetz der Zukunft muss intelligenter werden, und dazu braucht es Technologie und Steuerung. Aber es ist nicht sehr sinnvoll, bei Kleinverbrauchern anzufangen, während der Nutzen bei den Großkunden viel größer wäre", so Westerhof. „Das Problem ist, dass die Einführung der Smart Meter zwar von der EU beschlossen wurde, aber dass diese Entscheidung trotz aller Kritik seitdem nie mehr in Frage gestellt wurde.”

EEÖ verlangt daher eine Nachdenkpause und einen Stopp für den Roll-Out bei Haushalten. Die zentrale Frage müsse sein, wie in Zusammenarbeit mit den Netzbetreibern Stromnachfrage und -angebot effektiv und kostengünstig auf einander abgestimmt werden können – angefangen bei Großabnehmern.

 

Wolfgang Schalko, 14.1.2014