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Stefanie Bruckbauer, 7.10.2013

Kommentar von Stefanie Bruckbauer

Dem Strom gefolgt

Ich habe mir zu Herzen genommen, was einer meiner letzten Interviewpartner zu mir sagte. Er meinte, man solle unbedingt auf die IFA fahren, dort sieht man nämlich nicht nur das Neueste vom Neuesten, sondern kann auch recht schön die Besucherströme beobachten, also wo es die Endkonsumenten hinzieht, was sie interessiert - „das wäre doch aufschlussreich!“, sagte er.

Auf der IFA habe ich genau das getan. Ich beobachtete - verfolgte sogar in einem Fall - einige Endkonsumenten und stellte fest: Sie gehen in erster Linie einmal dort hin, wo es etwas gratis gibt: Essen (meist von Hauben- oder Promi-Köchen zubereitet), Fruchtshakes, bunte Kaffee-Thermobecher (um die standen sie stündlich zu hunderten an), Geschirrtücher, Gummibärlis, Kulis - und die waren nicht einmal wirklich hübsch, weil aus billigem Plastik und mit prominent platziertem Firmenlogo. Aber wenn der Hunger der Gäste dann gestillt und die zuhauf gesammelten Papiersackerln mit Geschnorrtem gefüllt, kann man wirklich gut beobachten, was das Interesse der Konsumenten auf sich zieht. 

So abgedroschen das jetzt auch klingt, es stimmt: Design, Funktion bzw. Ausstattung und Bedienfreundlichkeit bzw. Handhabung sind ausschlaggebend. Das Design lockt sie an, die Funktion weckt das Interesse und die Bedienfreundlichkeit oben drauf - wenn die Konsumenten also erkennen wie einfach, funktional und praktisch das Gerät funktioniert - entlockt ihnen dann endgültig ein „Ahhh“, vorausgesetzt natürlich das Produkt hat überhaupt „Ahhh“-Potential.

Endkonsumenten auf der Messe also ... so mühsam sie auch sein können - wenn sie wie eingangs erwähnt zB auf Schnorrertour sind oder wie die Kühe auf der Wiese im Weg herumstehen - sie bringen manchem Fachbesucher halt auch Vorteile auf so einer Messe. Man kann, wie eben beschrieben, beobachten was gut ankommt, im Gegenzug natürlich auch, was gar nicht gefällt. Dieses „Konsumenten auf der Messe“-Thema war übrigens auch auf der diesjährigen Futura wieder present, und zwar mehr als zuvor. Es wurde dieses Jahr generell mehr diskutiert über die Futura - über ihre Sinnhaftigkeit zB. Seitens der UE kennt man das ja schon länger, aber nun fand die Diskussion ihren Weg auch in die Groß- und Kleingeräte-Hallen. Aus den Reihen, die der Futura immer die Stange gehalten haben, werden jetzt also Stimmen laut, dass sich am Konzept etwas ändern muss.

Diskussionen sind gut, solange sie konstruktiv geführt werden. Oft wurden so ja auch schon positive Veränderungen herbeigeführt. Und wer weiß, vielleicht haben wir in Österreich ja bald eine Messe, mit der jeder einzelne zufrieden ist und nach deren Stattfinden jeder - egal ob Händler, Aussteller oder vielleicht sogar Konsument - sagt: „So eine Messe brauchen wir!“

Stefanie Bruckbauer, 7.10.2013