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Dominik Schebach

Dominik Schebach, 7.10.2013

Kommentar von Dominik Schebach

Super oder angezählt

Fünf Meter Weg, sieben Gespräche und mindestens eben so viele Meinungen zur Zukunft der Messe. Das ist eine meiner Erfahrungen von der Futura bei einem Streifzug durch die Hallen. Während der eine Aussteller über der Futura schon ein Kreuz geschlagen hat, kam der andere am Samstagmittag zum ersten Mal von seinem Stand runter, um selbst einen kleinen Messerundgang zu beginnen. Mit dem Ergebnis, dass er erst recht wieder auf einen Partner aus dem Fachhandel traf und mit diesem an seine Schaukästen zurückkehrte. Die Folge wird wieder eine Diskussion um die Futura sein – wie das Amen im Gebet.

Die Länge der Messe, Publikumstag und ob man die Veranstaltung vielleicht doch nach Wien verlegen sollte, werden wieder durchdiskutiert. Und wem diese ganze Geschichte bekannt vorkommt, der kann dies auch gerne auf der letzten Seite der E&W 9a/2013 in unserer Rubrik „Vor 20 Jahren“ nachlesen… Klar ist, dass jeder der Aussteller mit bestimmten Erwartungen in die Messe geht. Werden diese Erwartungen erfüllt, dann kann man auch die Ausgaben für die Messe vor sich rechtfertigen. Bleibt die Futura unter den Erwartungen, dann werden viele Vertreter der Industrie ihr Engagement in Salzburg überdenken.

So weit, so bekannt. Ich persönlich finde es trotzdem immer wieder erstaunlich, dass die Futura so unterschiedlich beurteilt wird. Während sich die einen Aussteller über den billigsten Kundenkontakt im Jahr freuen und die Chance für persönliche Gespräche mit ihren Fachhandelspartnern nutzen, trauern die anderen jedem investierten Marketingeuro nach und überlegen für das kommende Jahr einen Verzicht auf die Messe, um stattdessen direkt ihre Partner anzusprechen. Ich persönlich glaube allerdings nicht, dass die Marketing-Euros, die sich die Aussteller in Salzburg ersparen, dann wie ein warmer Regen in Form von WKZs über die EFH-Partner niedergehen werden. Sicher, ein paar starke Partner werden profitieren. Aber für das Gros der Händler kann ich mir das nicht vorstellen.

Zurück zur Futura: Diese bleibt der Branchentreffpunkt. Wo sonst findet man als Händler alle seine Industriepartner so konzentriert, um mit ihnen das kommende Weihnachtsgeschäft zu diskutieren. Wo sonst kann ich als Händler auch ein Mal die Geschäftsleiter meiner Lieferanten treffen, und wo sonst kann ich mit relativ geringem Aufwand mir die neuesten Produkte meiner Industriepartner ansehen. 8.425 Fachbesucher haben diese Chance auch wahrgenommen. Die Frage bleibt, wo sind diejenigen geblieben, die sich zwar angemeldet haben, dann aber nicht nach Salzburg kamen und die Chancen der Messe nicht nutzten? Haben die bereits das Kreuz über ihr Geschäft geschlagen?

Dominik Schebach, 7.10.2013
        





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