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Wolfgang Schalko, 13.9.2013

Multimedia-Kommentar E&W 9/2013 von Wolfgang Schalko

Nur ein Tausender…

Blickt man vor der beginnenden Herbst-/Weihnachtssaison auf den heimischen TV-Markt, dann zeichnet sich dort – bei wertmäßiger Betrachtung – folgendes Bild: Samsung hat mit fast 40% Marktanteil nach wie vor Respektabstand zum ersten Verfolger, der LG mit knapp 20% ist und wiederum deutlichen Vorsprung auf die Nummer drei, Philips (gut 10%), hat.

Damit wäre die Aufzählung der „Zweistelligen" auch schon wieder beendet, der 10%-Marke kommen Sony und Panasonic noch am nächsten, mit 5-6% hält sich zudem Loewe konstant im Ranking. Nachdem keine andere Marke  auch nur in die Nähe der 5%-Marke kommt, verdient sich der heimische TV-Markt in punkto Vielfalt den Zusatz „eingeschränkt". Schließlich müssen Hersteller wie Toshiba, Sharp, Grundig, Metz, Blaupunkt, Schaub Lorenz, CMX, Silva Schneider, B&O etc. zusammen mit gerade einmal einem Achtel des Marktes ihr Auslangen finden.

Ablesen lassen sich aus dieser Wertung noch zwei weitere interessante Aspekte: Mit kumuliert fast 60% Marktanteil hat  die koreanische Dominanz ein neues Höchstmaß erreicht, andererseits ist die Spitzenposition von HB als Lieferant für den österreichischen EFH damit deutlich zu erkennen. Die bessere von zwei nicht unbedingt berauschenden Nachrichten zuerst: HB-Chef und CE-Forumssprecher Christian Blumberger rechnet damit, dass es im Herbst wieder bergaufgehen wird, und sich das aktuell noch verheerende Minus von fast 30% am Jahresende auf 10-12% (in somit in etwa auf dem Niveau von 2011) einpendeln wird. Die schlechtere der beiden Nachrichten: Das ohnehin sehr fragile Preisgefüge könnte mit dem Markteintritt von Hisense gehörig ins Wanken geraten.

Um den Spagat, den die HB als Distributor schaffen muss (als logische Konsequenz daraus, dass Loewe in Österreich die Hisense-Produkte vertreibt), beneidet Blumberger wohl ebenso niemand wie die Führungsriege in Kronach bzw Hannes Lechner, wenn es um die Positionierung der Hisense-TVs geht. Denn der Hersteller will mit einem UVP von unter 2.000 Euro für das kleinste UHD-Modell (50 Zoll) für Bewegung am Markt sorgen und ordentlich durchstarten. Was das für das allgemeine Preisniveau bedeutet, bleibt abzuwarten – Alarmstufe Gelb ist jedoch durchaus angebracht. Denn wie die Vergangenheit immer wieder leidvoll gezeigt hat, lassen sich manche Marktteilnehmer solche Ansagen nur ungern „gefallen." Bei dem angepeilten Preispunkt musste ich jedenfalls an die kürzlich erfolgte UHD-Präsentation von Samsung denken, bei der CE-Chef Gerald Reitmayr argumentierte: „Zwischen einen Top Full-HD-Gerät und einem UHD-TV (ab 3.999 Euro UVP) von Samsung liegen gerade einmal 1000 Euro." In die andere Richtung ist es nun aber auch nur ein „Tausender"...  

Wolfgang Schalko, 13.9.2013