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Wolfgang Schalko, 13.9.2013

Elektrotechnik-Kommentar E&W 9/2013 von Wolfgang Schalko

Letzter Anlauf?

Wie jedes Jahr um diese Zeit geht die Sommerruhe fast nahtlos in den Herbststress über, und gerade für den Elektrohandel stehen mit der IFA, noch viel mehr aber mit der Futura die wichtigsten Messen vor der Tür. Ebenfalls wie immer stellt sich für den Elektrotechniker die Frage nach der Schnittmenge der Tätgkeitsbereiche: Welche Gemeinsamkeiten haben Gewerbe und Handel, was davon könnte die eigenen Geschäfte betreffen und – wohl am wichtigsten – wovon kann man selbst profitieren?

Nun, nicht zuletzt weil sich die Futura durch ihre Kontinuität auszeichnet, so wird die Antort auf obige Frage einmal mehr lauten: Die Überschneidungen werden überschaubar sein. Zu finden sind am ehesten in der Lichttechnik (Stichwort LED – wobei eine LED-Lampe und eine professionelle Beleuchtungsanlage ebenfalls nur sehr bedingt etwas miteinander zu tun haben), in der Netzwerktechnik (auch hier gilt natürlich, dass Heimvernetzung und das Verkabeln eines Bürohauses zwei Paar Schuhe sind) und einmal mehr in der Fernsehtechnik, genauer gesagt im Bereich TV-Empfang.

Installateure, Planer und Betreiber können wohl ein Lied darauf singen, dass dem Hoch der ASTRA-Analogabschaltung ein gehöriges Tief im Bereich Kopfstellen (und auch Multischalter-Anlagen) folgte. Doch man höre und staune, im Vorfeld der Futura meinte ein Aussteller, er glaube fest daran, dass diese Starre nun überwunden sei und es bei professionellen Empfangslösungen wieder bergauf gehen werde. Wie bei den meisten Dingen gibt es ein Für und Wider: Bei den Pro-Argumenten sind die zahlreichen Neuheiten und Weiterentwicklungen zu nennen, die Kopfstationen heute zu deutlich mehr machen als bloßen Empfangs- und Verteilanlagen für TV-Signale. Hier spielt auch die Flexibilität – bei Wartung und Nachrüstung – eine große Rolle und ist ein wenig vergleichbar mit den Vorteilen eines externen Receivers  gegenüber dem integrierten Tuner im TV-Gerät. Die Contra-Argumente kommen zwangsläufig aus der Signalverteilung: Sobald ein Fernsehsignal erst einmal irgendwo abgegriffen ist, mangelt es nicht mehr an kreativen Ideen und Möglichkeiten, dieses in der IP-Welt herumzuschicken. Und  der Variantenreichtum steigt tendenziell immer weiter...

Der gesamten Branche – Herstellern, Anlagenerrichtern, Kommunikationselektonikern und allen übrigen Involvierten – bleibt jedenfalls nur zu wünschen, dass die obige Aussage sich nicht als frommer Wunsch entpuppt und der Bereich allzu schnell und drastisch wegbricht. Aber Vorsicht ist geboten: Irgendwann wird es soweit sein.   

Wolfgang Schalko, 13.9.2013