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Dominik Schebach, 11.7.2013

E-Learning

Realitycheck für ein Modewort

Ein Modewort macht die Runde: Nach E-Commerce, E-Health und E-Government nun E-Learning. In der vorliegenden Ausgabe haben wir uns umgesehen, in welchen Sparten und von welchen Unternehmen E-Learning für den Fachhandel angeboten wird, was die Erwartungen sind und welche Erfahrungen damit gemacht wurden. Zusätzlich haben wir auch Christopher Hanzl, den E-Learning-Beauftragten der Fachhochschule Campus Wien, zu E-Learning befragt, was es kann und was es vor allem nicht ist, und schließlich ließen wir auch Verkäufer und Händler zu Wort kommen, was sie von E-Learning halten.


Eines vorneweg: Ein trockenes und nicht weiter aufbereitetes PDF für die Handelspartner ins Netz zu stellen, mit der Aufforderung an die FH-Partner und deren Verkäufer dieses bitte doch auch zu lesen, und dann das hoffentlich erworbene Wissen per Multiple-Choice abzufragen, ist nicht E-Learning. E-Learning ist definitiv auch kein Nürnberger Trichter, mit dem man sozusagen zentral das gewünschte Wissen in die Köpfe der Verkäufer einfüllen kann. Solche Missverständnisse führen zum einen dazu, dass die Zielgruppe E-Learning oft reserviert gegenübersteht, und andererseits sich die erwünschten positiven Effekte für die Anbieter nicht einstellen.


E-Learning ist in erster Linie ein Werkzeug, um didaktisch aufbereitete Inhalte einer breiten Gruppe zur Verfügung zu stellen. Das Schlüsselwort ist hier didaktisch, und über den Hype rund um E-Learning darf man die anderen Methoden der Wissensvermittlung nicht vergessen. Vor allem aber darf man auch die Zielgruppe nicht aus den Augen verlieren. Ein „E-” alleine ist eben noch lange kein Garant für den Erfolg. Denn E-Learning kann nur erfolgreich sein, wenn es auf das Interesse des Zielpublikums stößt und – und das wird meiner Meinung nach oft übersehen – wenn das Zielpublikum mit elektronischen Medien entsprechend locker umgehen kann. Daher glaube ich persönlich, dass wir E-Learning in Zukunft viel öfters sehen werden als bisher. Nicht zuletzt, weil es für die jetzige Generation oft in der Schule schon selbstverständlich ist, sich das benötigte Wissen aus dem Netz zu holen. Nach einer Phase der überzogenen Erwartungen und der darauffolgenden Konsolidierung geht es jetzt an die ernsthafte Umsetzung. Wenn man sich die Trends im universitären Bereich ansieht, dann ist E-Learning nicht aufzuhalten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Modewort E-Learning zu einem ganz selbstverständlichen Teil des Berufslebens wird.

Dominik Schebach, 11.7.2013