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Helmut J. Rockenbauer, 11.6.2013

Kommentar von Helmut J. Rockenbauer

Herausforderungen

Lassen wir einmal die hausgemachten – zum großen Teil von vielen Lieferanten unüberlegt produzierten – Probleme des Elektrohandels beiseite, dann kommen dennoch eine Reihe von erheblichen Herausforderungen auf die Händler zu.

Obwohl die Österreicher laut einer OECD-Studie – im Gegensatz zu den anderen Europäern – nach der Krise über höhere real verfügbare Einkommen (jährlich +1,66% im Durchschnitt) verfügen, sind sie verunsichert und üben sich in Kaufzurückhaltung. Besonders stark wirkt sich das bei den unteren Einkommensschichten aus, die in nächster Zeit – so wird prognostiziert – über ein geringeres reales Einkommen verfügen werden.

Gerade für den mittelständischen Elektrohandel gilt es daher, sein Unternehmenskonzept auf höhere Einkommensschichten abzustimmen. Sowohl was das Sortiment, als auch die Präsentation und vor allem einen auf höchste Qualität abgestimmten Service betrifft. Besonderes Augenmerk muss auch auf das Marketing in Richtung „Best Ager” gelegt werden, denen umfassender Service wichtiger als der Tiefstpreis ist.

Parallel dazu ist zu berücksichtigen, dass der Einzelhandel seine Geschäftsmodelle einer Reihe von neuen Voraussetzungen anzupassen hat. Besonders durch die hohen Internet- und Smartphone-Penetrationsraten ergeben sich technische Lösungen, die neue Bedürfnisse bei den Konsumenten wecken. Als Antwort darauf sieht die Unternehmensberatung Arthur D. Little die Zukunft des Einzelhandels im „U-Channel-Retailing”. Ein Konzept, das dem Kunden mehr Distributionskanäle bietet, die nahtlos miteinander verbunden sind, damit sich der Verbraucher barrierefrei durch den Kaufprozess navigieren kann. Etwa online auswählen, an einem passenden Ort abholen oder sich mit allem Service beliefern lassen und via Mobiltelefon oder einer Reihe von neuen mobilen Systemen zahlen.

Das geforderte Geschäftsmodell ist also mehr als eine passable online-Strategie, die leider längst noch nicht alle verwirklicht haben. Es ist im Zuge der mobilen Revolution schon die nächste große Herausforderung, die dringend zu bewältigen ist. Das geht nicht von heute auf morgen, sondern bedarf eines mutigen und durchdachten strategischen Plans mit klaren Meilensteinen. Hier sind wohl die Kooperationen besonders gefordert. 

Helmut J. Rockenbauer, 11.6.2013