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Wolfgang Schalko, 12.6.2013

Elektrotechnik-Kommentar E&W 6/2013 von Wolfgang Schalko

Hut ab!

Als die Elektro-Innung, federführend vertreten durch die e-Marke, zu Jahresbeginn lautstark das „Jahr des Konsumenten" ausgerufen und damit verbunden eine große Informations-Offensive angekündigt hatte (siehe E&W 1-2/2013), war ich – das muss ich gestehen – doch ein wenig skeptisch. Denn spätestens seit Einstein wissen wir, dass „groß" ein relativer Begriff ist und angekündigt – durchaus auch laut – in der Vergangenheit bekanntlich schon viel wurde, ohne dass dann jedoch viel (oder überhaupt irgendetwas davon) passiert wäre …

… Umso bemerkenswerter ist es daher, mit welchem Elan hier momentan zu Werke gegangen wird – denn angefangen bei diversen Auftritten bei den Häuslbauermessen und jenem bei den Power-Days, über die E-Check-Initiative der Wiener Betriebe und den Schul-Wettbewerb „projekt:energie", der breit unterstützt wird, bis hin zur gerade gestarteten Niederösterreich-Tour der e-Marke reicht die hier nur auszugsweise wiedergegebene Palette.

Gerade die angesprochene NÖ-Tour (zu der es ab Seite 71 übrigens alle Infos gibt) ist dabei ein sehr bemerkenswertes Vorhaben – und das nicht nur wegen des enormen Umfangs. In erster Linie aufgrund des Konzepts, jene Themen und Fragen, die die Menschen rund um Energie, Kosten und Zukunftssicherheit beschäftigen, einerseits aufzurollen und in allen Facetten zu durchleuchten, und andererseits zugleich die – individuell passenden – Lösungen anzubieten. Und auch das nicht nur als Diktat „von oben herab" – wie man es machen müsste – , sondern regional verankert mit den Betrieben und Unternehmen, zu denen die Konsumenten schon eine Beziehung und Vertrauen haben – also wie man es tatsächlich machen kann. Wer sich in der heutigen Zeit für Dinge wie leistbares Wohnen, sauberes Heizen und bedarfsorientierte, unabhängige Stromerzeugung einsetzt und überdies gleich den Weg zur Umsetzung parat hat, muss bei seinen Zuhörern fast zwangsläufig punkten – und macht diese zunächst zu potenziellen und zum Teil gleich „echten" Kunden.

Wer sich hier nach außen hin als Anlaufstelle bei diesbezüglichen Fragen und echter Problemlöser profilieren kann, ist der örtliche Elektrotechniker. Bei vielen, vielen Stationen, die im Rahmen der Tour absolviert werden, kommt das natürlich der gesamten Berufsgruppe zu Gute. Deshalb Hut ab – nicht dafür, dass man es probiert, denn das sollte für Unternehmer selbstverständlich sein. Nein, vielmehr für die Art und Weise, wie man es nun versucht.

Wolfgang Schalko, 12.6.2013