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Wolfgang Schalko, 24.11.2015

Aktuelle Studie

Familienunternehmen: Rückgrat der Wirtschaft – auch in Zukunft

Die familiengeführten Betriebe Europas befinden sich im Wandel. Neben einer positiven Leistung und zunehmender Zuversicht erhöhen sie ihre Auslandsaktivitäten und passen sich verstärkt an Markttrends an. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle KPMG-Studie „European Family Business Trends – Modern Times?”.

Die Bedeutung von Familienunternehmen für die Wirtschaft ist offensichtlich. 80 Prozent der österreichischen Unternehmen sind familiengeführte Betriebe. Damit liegt Österreich über dem europäischen Durchschnitt (72,5 Prozent). In Europa schaffen 14 Mio Familienunternehmen mehr als 60 Mio Arbeitsplätze. Hierzulande arbeiten 2,5 Mio Österreicher in familiengeführten Betrieben (70 Prozent der österreichischen Beschäftigten).

Europäische Familienunternehmen erleben strategische Veränderungen und greifen nach Möglichkeiten auch außerhalb Europas. Auf der Suche nach Wachstumsmöglichkeiten setzen viele Familienunternehmer auf zunehmende Professionalisierung: Sie verbessern ihren Führungsstil und stellen externe Kräfte ein. 88 Prozent verfügen bereits über formale Verwaltungsmechanismen und drei Viertel haben Führungspersonal, das nicht zur Familie gehört. Bei einer Vielzahl an Herausforderungen profitieren sie von ihrer Fähigkeit, Entscheidungen schnell zu treffen und umzusetzen, was ihnen eine vielversprechende Zukunft sichert.

„Erfolg und Wachstum der familiengeführten Betriebe beruhen auf einem einmaligen Konzept: Kapitalisierung der ‚Familienstärken' bei gleichzeitiger Anpassung an den neuen und sich stets verändernden Markt", meint Yann-Georg Hansa, Partner bei KPMG.

Der steigende Optimismus und die Zuversicht der österreichischen Betriebe wurde bereits durch die Ergebnisse im kürzlich veröffentlichten European Family Business Barometer deutlich. Rund drei Viertel blicken in eine positive Zukunft, die Hälfte plant vermehrte Auslandsaktivitäten und konnte den Umsatz steigern.

Mit ihrem konservativen Image räumen Familienunternehmen zunehmend auf und öffnen sich neuen Finanzierungsquellen. Investoren sollten dabei eine ähnliche Bereitschaft für unternehmerisches Risiko haben sowie die Werte des Familienunternehmens teilen. Fast die Hälfte der Betriebe in Europa wurde bereits in Form einer Investition von vermögenden Privatperson (sogenannter HNWIs – High Networth Individuals) unterstützt. Finanzierungslücken können mittels dieser Partnerschaften geschlossen werden, die Familie bleibt jedoch Mehrheitseigentümer.

Familienunternehmen sind nicht nur das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft, sondern auch die Zukunft. Ihr Optimismus sowie ihr Streben nach Wachstum erfordern rasche strategische Entscheidungen und professionelle Unterstützung", sagt KPMG Partner Peter Humer.

Die komplette KPMG-Studie „European Family Business Trends – Modern Times?” finden Sie beigefügt als PDF zum Download.

Wolfgang Schalko, 24.11.2015