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Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik will mit dem 6 Sterne-Leistungsprogramm einen Ansporn für Fachhandel und Lieferanten liefern.

Dominik Schebach, 20.12.2017

6 Sterne-Leistungsverzeichnis – Die Reaktion auf die Reaktion

Wolfgang Krejcik: „Leistung muss honoriert werden“

Mit seinem 6 Sterne-Leistungsverzeichnis für Fachhandel und Lieferanten hat Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik einen Nerv getroffen. Innerhalb kürzester Zeit fanden sich zehn Leserkommentare unterhalb des dazugehörigen Online-Beitrags auf www.elektro.at. Einige Leser beklagten dabei die um sich greifende Lethargie im Fachhandel, andere sahen den Vorstoß als einen Angriff auf die Lieferanten. Krejcik hat deswegen gegenüber E&W nochmals seine Position dargeleg.

Das 6 Sterne-Leistungsverzeichnis soll ein Anstoß sein. Das Vertrauen unserer Kunden ist unser wichtigster Vorteil. Darauf müssen wir aufbauen. Aber wir erreichen das nur durch entsprechende Leistungen der Fachhändler“, so Krejcik. „Allerdings müssen die leistungsbereiten Fachhändler, die viele dieser Sterne erfüllen, auch von den Lieferanten unterstützt werden. Die Wahrheit ist, Leistung muss honoriert werden.

Dass dennoch einige Leser das Leistungsverzeichnis als Angriff auf die Lieferanten interpretierten, verwundert Krejcik nicht. Gegenüber E&W betonte er allerdings mehrmals, dass dieses Leistungsverzeichnis sowohl an Fachhandel als auch Lieferanten gerichtet sei. Der Fachhandel müsse seine Stärken forcieren und bei Ausstellung, Service und Beratung punkten. Nicht jeder Händler wird nach Einschätzung von Krejcik alle Kriterien erfüllen können. Aber je mehr Leistungen ein Händler für seine Kunden bietet, bzw Sterne er erreicht, desto mehr Unterstützung durch die Lieferanten sollte so ein Händler erhalten. „Beide Seiten müssen etwas leisten, damit der Fachhandel in Österreich Zukunft hat“, so Krejcik. 

Schicksalsgemeinschaft 

Das vorgestellte 6 Sterne Leistungsverzeichnis ist deswegen keine Einbahnstraße. Im Endeffekt könnte das System dazu beitragen, dass Handel und Lieferanten ihre Partner besser einschätzen könnten. Der Bundesgremialobmann sieht hier den Fachhandel und die heimischen Lieferanten auch in einer „Schicksalsgemeinschaft“. Schließlich kaufen die großen Internet-Anbieter nicht bei den heimischen Niederlassungen, sondern beziehen ihre Ware über internationale Kanäle. Wenn der Umsatz des Fachhandels wegbreche, dann verlieren auch die Lieferanten in Österreich ihre Daseinsberechtigung. 

Herausforderung annehemen

Deswegen soll das Leistungsverzeichnis ein Ansporn an Fachhandel und Lieferanten sein, die Herausforderung durch das Internet anzunehmen, betont Krejcik: „Aktionen wie die EFH-Kampagne des Gremiums oder auch das 6 Sterne Leistungsverzeichnis sind deswegen auch ein Zeichen, dass der Fachhandel nicht aufgibt. Denn aus dem Feedback zu dem Online-Artikel lese ich auch viel Resignation heraus. Aber wir können nicht aufgeben, und wenn jemand weitere Ideen für eine Verbesserung der EFH-Situation hat, dann herbei damit. Aber nur kritisieren, aber keine Alternativen anbieten, wie es hier viele getan haben, hilft uns nicht weiter – und damit habe ich ein Problem.“

Dominik Schebach, 20.12.2017
        





Robert Ribic GF handyshop.cc | 20. 12. 2017, 13:21 Uhr