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Das Siegerprojekt: Green Vision will Braille-Tablets für blinde und sehbehinderte Menschen entwickeln.

Dominik Schebach, 2.6.2014

„Tablets zum Begreifen“

T-Mobile vergibt TUN-Nachhaltigkeitspreis

Wie kann man das Potenzial der Telekommunikation für einen nachhaltigen Lebensstil ausschöpfen? Mit dem T-Mobile Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds fördert der Betreiber in Magenta genau solche Projekte. Die Preise wurden vergangenen Freitag vergeben und gingen an Projekte für Braille-Tablets, sonnenbetriebene Wasserpumpen in "Do-it-yourself"-Herstellung sowie eine Online-Plattform für den Bio-Einkauf. Der Schulpreis ging an ein BHAK-Projekt zur CO2-kompensierenden Autonutzung.

"Indem wir Innovationen fördern, die mittels Telekommunikation Umweltprobleme lösen können, tragen wir dazu bei, dass Mobilfunk einen Hebel zur Entwicklung einer nachhaltigen Gesellschaft bietet", begründete Andreas Bierwirth, CEO von T-Mobile Austria, das Engagement für den TUN-Fonds. Der TUN-Nachhaltigkeitspreis wurde dieses Jahr zum dritten Mal vergeben. Fonds und Preisgelder werden von T-Mobile finanziert. Aus insgesamt 57 eingereichten Projekten wählte die Jury unter Vorsitz des früheren EU-Kommissars Franz Fischler die Preisträger aus. „Gerade Informationstechnologien haben die Kapazität, unsere Welt nachhaltiger zu gestalten", sagte der Juryvorsitzende. "Dank Unternehmen wie T-Mobile bekommen initiative Menschen die Chance, ihre Ideen auch in die Praxis umzusetzen

Tablet tasten

Das Siegerprojekt Green Vision von den in Wien lebenden  bulgarischen IT-Spezialisten Kristina Tsvetanova und Slavi Slavev wird mit 20.000 Euro gefördert. Die beiden entwickeln Tablets für blinde und sehbehinderte Menschen. Durch eine haptisch wahrnehmbare Oberfläche werden die Inhalte von mobilem Internet buchstäblich begreifbar, da Online-Information durch eine neu entwickelte Bildschirmfolie mittels physisch ertastbaren Punkten in Braille dargestellt wird. Der Prototyp, der mit Hilfe des TUN-Preises entwickelt werden soll, legt besonderes Augenmerk auf ressourcenschonende Produktion.

Der zweite Preis des TUN-Fonds in Höhe von 15.000 Euro ging an das Projekt Pumpmakers aus Kärnten. Dietmar Stuck, ein Brunnenmeister aus St. Veit an der Glan, hat die weltweit erste "Do-it-yourself"-Solarbrunnen-Pumpstation konstruiert. Aus einer Tiefe von bis zu 100 Meter können damit täglich 5.000 Liter sauberes Wasser gepumpt werden. Mit TUN-Fördermitteln wird eine Online-Plattform entwickelt, die auf allen mobilen Endgeräten weltweit nutzbar sein wird. Dabei werden unentgeltlich und offen Bauanleitungen zur Verfügung gestellt. Tipps zu Mikrofinanzierungen helfen beim Aufbau eines lokalen wirtschaftlichen Kreislaufs.

Der dritte Preis mit 12.000 Euro geht an das Projekt Tastemakers von Dani Terbu und Nina Mohimi aus Wien. Tastemakers bietet nachhaltigen, regionalen und innovativen Nahrungsmittelherstellern eine Plattform und den Konsumenten, die sich für Ab-Hof- und Bio-Lebensmittel interessieren, leicht verfügbare Information. Die Webseite richtet sich speziell an Food-Entrepreneure, die bisher wenig Erfahrung mit Vermarktung haben. Konsumenten profitieren von der damit verbundenen Transparenz der Anbieter sowie einer inhaltlichen und geografischen Anleitung für den zukünftigen Bio-Einkauf. Die Förderung des TUN-Fonds wird in die Entwicklung von der Webseite tastemakers.at investiert.

Neben den Hauptpreisen wurde der mit 3.000 Euro Fördergeld dotierte Schulpreis an die BHAK Wien 13 vergeben. Mit Unterstützung ihres Betriebswirtschaftsprofessors haben vier Schüler (Christoph Rebernig und Team) das Projekt ReGreen entwickelt. Damit sollen, ähnlich wie im Flugverkehr, CO2-Emissionen von Autofahrern individuell kompensiert werden können. Mit ihrem ambitionierten Projekt wollen die Schüler u. a. methanhaltige Böden versiegeln, Moore in Österreich durch Wasserversorgung renaturieren sowie Öl-Heizungen auf Biomasse umrüsten. Umweltbewusste Autofahrer sollen direkt an der Tankstelle einen Beitrag leisten können. Das TUN-Fonds Fördergeld wird für die Erstellung einer Website und Smartphone-App mit Onlineshop-Funktion sowie als Startkapital für die ersten CO2-kompensierenden Projekte eingesetzt.

Dominik Schebach, 2.6.2014