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Erneuerbare Energie birgt große Zukunftschancen, doch unklare Rahmenbedingungen hemmen den weoteren Ausbau. Dabei sei ein starker Heimmarkt die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Exportgeschäft befinden Peter Biermyr (e-think), Peter Püsböck, PRäsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie Österreich, Morteza Fesharaki, GF HERZ Energietechnik, Christian Bairhuber, GF IBC SOLAR, und Bernhard Zangerl GF Bachmann electronic.

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Dominik Schebach, 16.10.2017

Heimischen Firmen fehlt der Heimmarkt

BMVIT-Studie zeigt Erneuerbare Energie im Abwärtstrend

Die Branche der erneuerbaren Energie hat vergangenes Jahr rund 31.000 Beschäftigte in Österreich gezählt. Zusammen erwirtschafteten deren Betriebe (Erzeugung und Zulieferer) einen Umsatz von 4,7 Mrd. Euro. Doch derzeit stagniert der weitere Ausbau, wie eine Studie des BMVIT zeigt. Um das Geschäft der Erneuerbaren Energie wieder anzukurbeln, fordert der Verband der Erneuerbaren Energie Österreich von der neuen Bundesregierung vor allem eines: klare Rahmenbedingungen, um einen starken Heimmarkt zu etablieren.

Bereits jetzt tragen die erneuerbaren Energien ein Drittel zur gesamten Energieversorgung Österreichs bei. Doch wie die Studie des BMVIT „Innovative Energietechnologien in Österreich – Marktentwicklung 2016“ zeigt, geht die Entwicklung für die Branche in die falsche Richtung: So ging der Verkauf von Biomassenheizkesseln im Vorjahr um 10,9% zurück. Der Windkraftausbau ist sogar um 28,7% eingebrochen. Lediglich in der Photovoltaik konnte ein kleiner Zuwachs von 2,6% verzeichnet werden.

„Mit den momentan ungünstigen Rahmenbedingungen sind selbst die nationalen Energie- und Klimaziele für das Jahr 2020 nicht zu erreichen“, berichtet Peter Biermayr, Studienautor vom Zentrum für Energiewirtschaft und Umwelt (e-think) vergangenen Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien. „Die Marktzahlen 2016 müssen in Hinblick auf die nationalen Energie- und Klimaziele für das Jahr 2020 und darüber hinaus als Warnung verstanden werden. Daher sind unverzüglich effektive und effiziente Maßnahmen zu ergreifen. Dafür müssen sowohl kurzfristig als auch langfristig und strategisch wirkende energie-, umwelt- und forschungspolitische Instrumente eingesetzt werden, welche gemeinsam mit den Anstrengungen der Wirtschaft zu neuem Wachstum führen.“

Wirtschaftliches Argument

Für den Wechsel zu den erneuerbaren Energien ergänzte Peter Püsböck, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie Österreich, nicht nur das Umweltschutz-Argument, sondern auch ein klares wirtschaftliches: „Ein boomender Heimmarkt ist der beste Nährboden für eine erfolgreiche Exportwirtschaft. Ertragsstarke Heimmärkte sind auch die beste und effizienteste Form der Forschungsförderung. Jene, die bei der Energiewende auf der Bremse stehen, schaden der österreichischen Wirtschaft nachhaltig, weil sie einmalige Chancen für die Wirtschaft behindern. Um diese Chancen ausnutzen zu können, brauchen die erneuerbaren Energien Rückenwind durch günstige Rahmenbedingungen von der Politik.“

Kronzeugen

Als Kronzeugen hatte Püsböck sich Vertreter der Industrie mitgerbacht. So unter anderem Morteza Fesharaki, Geschäftsführer von HERZ Energietechnik: „Die österreichische Biomassebranche ist international ganz vorne mit dabei. Um diesen Erfolg auch fortführen zu können, bedarf es klarer Rahmenbedingungen für Österreich, die den Heimmarkt vorwärts bringen.“ 

IBC SOLAR-GF Christian Bairhuber schlägt in dieselbe Kerbe: „Die Photovoltaikbranche hatte in Österreich sehr oft mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen. Wenn der Heimmarkt schwächelt, erschwert dies auch den Export. Wir wollen niemanden an den Pranger stellen, sondern unsere Kräfte bündeln und gemeinsam mit den EVUs Lösungen erarbeiten, weil wir stehen im internationalen Wettbewerb.“ Bairhuber wünscht sich neben einem Abbau der bürokratischen Hürden sowie klare Ziele in der Umsetzung, wenn es um den weiteren Ausbau der Energie-Erzeugung aus erneuerbaren Quellen geht.

Dominik Schebach, 16.10.2017