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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Samstag, 19. August 2017
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Helmut Pfeifenberger, Director & General Manager Brother Österreich, DiTech-GF Damian Izdebsky und Renata Hrnjak, Legal Affairs Manager Samsung, bei der Vorstellung der Plattform.

Dominik Schebach, 30.10.2012, Story-Link:1211014

Initiative für ein modernes Urheberrecht stellt sich vor

Plattform gegen "Computersteuer"

Die jüngsten Diskussionen um die Urheberrechtsabgabe hat nicht nur die WKO auf den Plan gerufen. Montagabend, den 29. Oktober, hat sich die Plattform für ein „modernes Urheberrecht“ in Wien vorgestellt. Laut Sprecher Damian Izdebsky, GF des Computerhändlers DiTech, versteht sich die Initiative als Dialogforum, das eine moderne Lösung des Problems eintritt. Wenn sie auch mit ihrem „Nein zur Handy- und Computersteuer“ sehr emotional direkt an die Endkonsumenten richten. Derzeit haben sich 18 Unternehmen aus Handel, Großhandel und Industrie in der Plattform engagiert.

„Bisher war die öffentliche Diskussion sehr einseitig. Wir sind uns einig, dass die Werke der Künstler abgegolten werden müssen. Aber eine Festplattenabgabe ist der falsche Weg. Die derzeit angedachte Regel ist schlecht für Österreich und für den Konsumenten leicht zu umgehen. Bei einer externen 1TB-Festplatte macht die diskutierte Abgabe beinahe 30% des Verkaufspreises aus. Und das gerade bei einem Publikum das sehr internetaffin ist, das nur einen Mausklick von ausländischen Internet-Shops entfernt ist, die nicht dieser Abgabe unterliegen. Da haben die Konsumenten keinen Grund in Österreich zu kaufen“, so Izdebsky, der auf die eigene Erfahrung in diesem Zusammenhang verweist. In den vergangenen drei Jahren sei der Umsatz bei Festplatten um 70% eingebrochen.

Seiner Ansicht nach, hat das Urheberrecht nicht mit der technologischen Entwicklung Schritt gehalten, und auch eine mögliche Festplattenabgabe wird sich aus diesem Grund schon bald überholt haben. Schließlich seien schon jetzt Netbooks angekündigt, die ihren Speicher zur Gänze in die Cloud auslagern. „Da führen wir in ein paar Jahren dieselbe Diskussion wieder“, ist der DiTech-GF überzeugt. „Unser Ziel ist deswegen eine richtige, haltbare und tragfähige Lösung für alle Beteiligten. Wir treten für den Dialog über unbürokratische, konsumentenverträgliche und standortschonende Lösungen ein, von denen auch die Künstler etwas haben. Aber eine Mehrbelastung von 50 Millionen Euro für die Kunden – so stellen wir uns das nicht vor.“

Damit vertritt die neue Initiative weitgehend dieselben Positionen wie das Bundesgremium des Elektrofachhandels unter Obmann Wolfgang Krejcik. Eine Lösung des Urheberrechts-Problems hat die neue Initiative allerdings nicht parat. Stattdessen wollen die 18 beteiligten Unternehmen einen möglichst breiten Diskussionsprozess initiieren, der auch die Anliegen der Endkonsumenten berücksichtigt. Schließlich sei es der Kunde, der die Kosten im Endeffekt zu tragen habe. Angestrebt wird dazu eine möglichst umfassende Regelung des Urheberrechts, die zB auch die Urheberrechtsabgabe auf Kopierer, Scanner sowie Drucker umfasst.

Derzeit sind Adolf Schuss, Actebis, Apple, ASUS, Brother, Canon, Dell, DiTech, HP, Ingram Micro, Konica Minolta, KYOCERA, Lenovo, Nokia, Quanmax, Samsung, Tech Data und Toshiba auf der Plattform aktiv.

Dominik Schebach, 30.10.2012, Story-Link:1211014
        





Gegner der Festplattenabgabe | 2. 11. 2012, 18:20 Uhr