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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Donnerstag, 23. November 2017
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Dominik Schebach, 14.12.2015

Das Klimaschutzabkommen und die Branche

Nach den Worten braucht es Taten

Es ist vollbracht. Jemand, der wie ich das Thema des menschengemachten Klimawandels schon länger verfolgt, kann den erfolgreichen Abschluss des neuen Klimaschutzvertrages in Paris am vergangenen Samstag nur begrüßen. – Mehr geht immer, aber bleiben wir einmal realistisch. Allerdings muss das Abkommen jetzt mit Leben gefüllt werden. Hier beginnen für uns erst die Schwierigkeiten. Die Bekenntnisse der diversen Volksvertreter in den vergangenen Wochen klangen ja recht gut. Aber seien wir ehrlich: Bisher hat haben sich die Politiker, wenn es um die Neugestaltung unseres Energiesystems ging, nicht gerade mit Ruhm bedeckt. Es fehlt die klare Linie, wie man allein an der sprunghaften Förderung für PV-Anlagen ablesen kann.

Das mit der klaren Linie soll sich zumindest nun ändern. Laut Aussagen von Umweltminister Andrä Rupprechter wird ab Jänner eine neue Klima- und Energiestrategie ausgearbeitet. Interessensverbände wie IG Windkraft oder Kleinwasserkraft Österreich bringen sich schon in Stellung und fordern eine Anpassung des Ökostromgesetzes, um den Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung voranzutreiben. Denn, wenn man den Klimaschutz wirklich ernst nimmt, dann muss sich auch die Energienutzung ändern. Sprich: Fossile Energieträger für Wärme oder Mobilität werden durch Strom aus erneuerbaren Quellen ersetzt.

Was bedeutet also das Klimaabkommen von Paris für die Branche? Eine unmittelbare, in Euro messbare Veränderung wird es nicht geben. Trotzdem sollte man das Abkommen nicht unterschätzen. Zuerst einmal werden alle Maßnahmen zur Effizienzgewinnung weiter an Bedeutung gewinnen. Dazu gehören auch Marktplätze, auf denen diese Einsparungsmaßnahmen nach dem Energieeffizienzgesetz gehandelt werden. Daneben kann man auf ein konstanteres Förderungsregime für die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen hoffen. Andere Veränderungen werden eher schleichend kommen, aber ich erwarte mir schon, dass der Starkstromanschluss beim Car-Port bald Standard sein wird.

Neben konkreten Maßnahmen der Politik erwarte ich mir allerdings auch eine gewisse Signalwirkung in Richtung Endverbraucher. Die waren ja in den vergangenen Jahren der Politik oft voraus und viele werden dieses Abkommen als Bestätigung für bisherige Investitionen sehen. Einen Boom wird es zwar nicht geben, aber die Bereitschaft in Effizienzmaßnahmen oder zB in eine PV-Anlage auf dem Dach zu investieren, sollte steigen.

Dominik Schebach, 14.12.2015