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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Samstag, 18. November 2017
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Wolfgang Schalko, 17.2.2015

Multimedia-Kommentar E&W 1-2/2015 von Wolfgang Schalko

Konkurrenz sorgt für Belebung

Der Titel beschreibt eine Binsenweisheit. Allgemein bekannt und leicht verständlich. Gerade deswegen wird damit so treffend zum Ausdruck gebracht, was die Unterhaltungselektronik dem Handel in den nächsten Wochen und Monaten auftischt – im positiven Sinn. Denn wie die Produktvorstellungen und -ankündigungen der diesjährigen CES gezeigt haben, kommt endlich wieder Leben in die zuletzt doch sehr festgefahrene Sparte der TV-Geräte.

Konnte man sich bis dato des Eindrucks nur schwer erwehren, dass sich die Line-ups der großen Hersteller – mit Ausnahme einiger Curved-Modelle hier und ein paar OLED-TVs dort – im Wesentlichen glichen, so darf man sich nun mit erfrischend neuen Smart-TV Plattformen gepaart mit deutlichen technologischen Differenzierungsmerkmalen – Stichworte: Nanotechnologie und Sub-Pixel – auseinandersetzen (mehr zu Android TV, Firefox OS & Co. auf den nächsten Seiten). In Anbetracht der leidigen Preisthematik, die in der Vergangenheit ob fehlender anderwertiger Kriterien wieder und wieder als einziges Unterscheidungsmerkmal herhalten musste, ein echter Grund zur Freude.


So erfreulich es auf der einen Seite ist, dass der Wettstreit der Anbieter heuer nicht bzw zumindest nicht ausschließlich über den Preis erfolgen muss (und hoffentlich auch wird), so schade ist es auf der anderen, dass die beste Möglichkeit für den Fachhandel, sich über die Innovationen aus erster Hand zu informieren und den direkten Vergleich anzustellen, heuer nicht mehr besteht. Gemeint sind natürlich die Frühjahrsordertage, die bei allen UE-Lieferanten und -Herstellern als Fixpunkt im Terminkalender eingetragen waren, und deren überraschende Absage die gesamte Branche vor eine nicht gerade kleine Herausforderung stellt: Denn es geht diesmal nicht einfach nur darum, die neuen Geräte herzuzeigen, sondern erstmals seit langem besteht wieder die Chance auf Story-Telling im großen Stil. Allerdings müsste dem Händler zunächst die jeweilige Geschichte in der gebotenen Ausführlichkeit und inklusive des gesamten relevanten Backgrounds näher gebracht werden, damit er tief genug in die Materie eintauchen kann, um später gegenüber seinem Kunden am POS eine authentische Version davon abzuliefern.


Ob die Gelegenheit in Salzburg in der vorgesehenen Form dafür nun tatsächlich die allerbeste gewesen wäre, sei dahingestellt. Aber dass sie nun fehlt, ist vielleicht sogar doppelt bitter – denn selbst wenn es den Herstellern, Distributoren und Großhändlern in Einzelfällen gelingen mag, adäquate und mitunter gar sehr attraktive Alternativen auf die Beine zu stellen, so kann damit nicht annähernd das gesamte Spektrum der UE abgedeckt werden. Es wäre anderseits wohl auch illusorisch zu glauben, dass Händler in Zeiten wie diesen die Zeit zum Besuch von drei, vier oder noch mehr Roadshows aufbringen könnten. Draufzahlen werden – handels- wie lieferantenseitig – in dieser Situation daher leider wieder einmal die „Kleinen"...

Wolfgang Schalko, 17.2.2015