EuW Logo
Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Samstag, 18. November 2017
okhilfe
spacer gif



Wolfgang Schalko, 11.9.2014

Multimedia-Kommentar E&W 9/2014 von Wolfgang Schalko

Erfreuliche Entwicklung

In der Unterhaltungselektronik waren gute Nachrichten zuletzt ja leider eher Mangelware. Umso erfreulicher ist es daher, dass gerade rechtzeitig zur wichtigsten Fachmesse, der Futura, eine solche vorhanden ist: Der Markt für TV-Geräte hat seine Talfahrt gestoppt und schrumpft – zumindest stückmäßig – nicht mehr.

In den ersten sieben Monaten des Jahres lagen die Absatzzahlen sogar über jenen des Vorjahres. Ob und in welcher Größenordnung daran auch die Fußball-WM ihren Anteil hat, sei dahingestellt – wesentlich ist, dass bei halbwegs stabiler Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte am Ende kein Minus stehen wird, sondern wie im Vorjahr insgesamt rund 770.000 TV-Geräte. Als „sehr erfreulich" bezeichnete CE-Forumssprecher Christian Blumberger diese Entwicklung – und dem ist nichts hinzuzufügen.

Ein Blick auf die Geräte-Preise zeigt zwar, dass sich die Schere immer größerer Diagonalen zum gleichen Preis bzw bestimmte Größen zu zwar nicht immer niedrigeren (irgendwann geht das bekanntlich einfach nicht mehr), aber teilweise bereits auf einem sehr tiefen Niveau befindlichen Preisen leider weiter auftut. Der positive Aspekt in punkto Preise ist allerdings, dass die Ziffern vor dem Euro-Zeichen heute nicht mehr das alles und allein entscheidende Kaufkriterium darstellen – wofür auch die nicht weiter wachsen wollende Bedeutung von Preisvergleichsplattformen wie Geizhals spricht. Vielmehr geht es mittlerweile um Verfügbarkeit (sofort oder erst in drei Tagen macht für viele Kunden einen Unterschied), um womöglich versteckte Kosten und – immer noch am wichtigsten – die „klassischen Tugenden" des Fachhandels, nämlich Seriosität, Kompetenz und Serviceorientierung. Sind diese Punkte halbwegs zufriedenstellend erfüllt, sehen Kunden gerne über Preisdifferenzen im niedrigen zweistelligen Bereich hinweg – worauf übrigens Bundesgremialobmann Wolfgang Kejcik schon seit längerem hinweist.

Zu guter letzt ist noch eine Tendenz auszumachen, die den Handel positiv stimmen dürfte: Der Markt ist dabei, sich wieder etwas ausgeglichener zu verteilen. Soll heißen, es gibt wieder mehrere Marken, die sich rund um und teilweise sogar schon wieder deutlich über 10% Marktanteil bewegen. Dafür, dass sich diese Entwicklung im Sinne des Fachhandels, fortsetzt, sprechen vor allem die Ambitionen der traditionell Fachhandels-affinen, deutschen TV-Marken Metz, TechniSat und insbesondere Loewe. Was diese Hersteller im Detail zu bieten haben, wird selbstverständlich in voller Tiefe und Breite in Salzburg gezeigt – was somit ein weiteres Argument darstellt, sich die Futura und deren Neuheiten nicht entgehen zu lassen.

Wolfgang Schalko, 11.9.2014