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Wolfgang Schalko, 14.5.2014

Multimedia-Kommentar E&W 5/2014 von Wolfgang Schalko

Das Fernsehen ist tot – lang lebe das Fernsehen!

Die WM steht vor der Tür und alle reden über – nein, nicht Fußball – Fernsehen. Obwohl es sicher viele Fußball-Begeisterte in der Branche gibt, die dem Event entgegenfiebern, ist das runde Leder am Ende doch nur Mittel zum Zweck. Der da lautet: Geschäfte machen, Umsätze und Erträge generieren.

Soviel vorweg: In der Branche herrscht grundsätzlich Einigkeit darüber, dass sich die Fußball-WM in den nächsten Wochen nur positiv auswirken kann. Dass das Sommerloch deswegen heuer noch extremer ausfallen könnte als sonst, ist die Schattenseite des Ganzen... Ausführliche Einschätzungen finden Sie im Multimedia-Teil – ebenso wie einen Auszug dessen, was die Lieferanten und Hersteller rund um das Großereignis planen. Damit wollen wir uns an dieser Stelle aber nicht länger aufhalten.

Denn abseits der Hardware – sprich den TV-, Empfangs-, Audio- und sonstigen -Geräten – steht das ganze Thema Fernsehen an sich gerade an der Schwelle zu einer neuen Ära. Das Fernsehen, so wie wir es lange Zeit gekannt haben und in der Form, wie sie die meisten nach wie vor konsumieren, steuert seinem Ende zu. Um doch beim Thema Fußball zu bleiben: Den Anpfiff verpassen, weil man im Geschäft oder bei einem Kunden aufgehalten wurde? Passiert in Zukunft nicht mehr. Kurz weggeschaut und eine Szene verpasst? Wiederholung jederzeit möglich. Der Nachbar grillt, hat aber keinen Fernseher im Garten? Tablet hilft. In der neuen Ära des Fernsehens wird etwas passieren, das förmlich nach der Definition eines geeigneten Begriffes schreit: Aktiv-Passivität oder so ähnlich müsste man es mit derzeitigen Ausdrucksmöglichkeiten beschreiben – denn auch in Zukunft wird das Fernsehen selbst ein passives Medium bleiben. Würde das nicht so sein, säßen wir ja alle abends vor dem Computer und würden in Web-Inhalte stieren... Aber das ganze Rundherum wird eine deutlich aktivere Komponente erhalten, die schon heute mit der Formel „sehen, was man will, wann man  und wo man will" beschrieben wird und der es eventuell noch ein „wie bzw womit man will" hinzuzufügen gäbe. Dass diese neuen Formen des TV-Konsums kommen und schon bald auf breiter Basis Einzug halten werden, zieht heute kaum noch jemand in Zweifel. Die Sendeanstalten sehen dem sehr gelassen zu, denn ihre Position ist auch weiterhin gesichert – Hauptsache es gibt etwas zu verbreiten, das die Leute sehen wollen. Damit sind auch die Content-Provider nicht wegzudenken – denen wiederum egal sein kann, wie ihre Inhalte verbreitet werden. Zur Kollision muss aber zwangsläufig bei den Geräten des Konsums kommen – die werden zwar in Summe mehr, die Aufmerksamkeit kann jedoch weiterhin nur auf eines gerichtet werden. Und daraus gilt es jetzt das Beste zu machen.

 

Wolfgang Schalko, 14.5.2014