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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Samstag, 18. November 2017
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Wolfgang Schalko, 4.3.2014

Elektrotechnik-Kommentar E&W 3/2014 von Wolfgang Schalko

Heiter bis wolkig

Es war wie alle Jahre im Jänner und Februar wieder Zeit der „Häuslbauermessen”, und einmal mehr hat sich gezeigt, dass diese Veranstaltungen durchwegs gut funktionieren. Obwohl dort weder grandiose Shows, sensationelle Neuheiten oder mitreißende Side-Events geboten werden, kann man sich drauf verlassen, dass die Besucher kommen.

Es ist auf alle Fälle erfeulich, dass es in – sonst ja vielfach sehr unsicheren Zeiten – auch noch solche Ankerpunkte gibt. Man muss sich aber auch die Frage erlauben dürfen, warum diese Messen so gut laufen. Ob es gerade am Überschaubaren bzw Unspektakulären liegt? Oder daran, dass man die Besucher nicht mit bunten, lauten und schlussendlich überfordernden Reizen konfrontiert. Oder schlicht daran, dass es da draußen ein Zielpublikum gibt, das weiß, was es will und wo es das – in Form solider Information – zu finden gibt? Wie auch immer, der Stimmung in der Branche tut's gut...

Zugleich macht der Messereigen zu Jahresbeginn Lust auf mehr und steigert damit die Spannung bzw Erwartungshaltung in Hinblick auf das Messehighlight des Jahres, die Light + Building. Obwohl das Messekonzept der Frankfurter Leitmesse verglichen mit den oben genannten Veranstaltungen konträrer nicht sein könnte, so kann auch dort eines als fix betrachtet werden: Die Besucher werden kommen, und zwar in Massen. Als wichtigster Impulsgeber der Branche auch kein Wunder, liefert die Light + Building doch Inputs, Themen und Lösungen, die in den nächsten Monaten und Jahren tonangebend sein werden. Abgesehen von den unzähligen Produktneuheiten darf man – insbesondere vor dem Hintergrund des seit Jahren omnipräsenten Leitthemas „Energieeffizienz" – gespannt sein, welche News es rund um die „smarten" Bereiche (Smart-Grids, Smart-Meter, Smart-Home) zu sehen gibt.

Voll bepackt mit wertvollen Informationen und – hoffentlichen – erweiterten Perspektiven kann und sollte die E-Technik-Branche dann wieder mit vollem Elan zu Werke gehen. Wäre da nicht das Problem, dass abseits der greifbaren Dinge so einiges im Ungewissen liegt. Als Beispiel sei hier nur die unbefriedigende, weil vielfach ungeklärte Fördersituation (bei Erneuerbaren Energien, aber auch bei der Eigenheim-Sicherung oder dem Einsatz neuer Technologien wie Infrarotheizungen) genannt, mit der die politischen Vertreter viel Wind aus den Segeln nehmen. Was die Branche – und die Industrie sowie der Endkunde – braucht, sind klare Verhältnisse. Denn selbst ein „Nein" ist zumeist besser, als sein Gegenüber im Trüben fischen zu lassen.

Wolfgang Schalko, 4.3.2014