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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Dienstag, 21. November 2017
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Bettina Paur, 7.10.2013

Bettina Paur: Kommentar Hintergrund

Wer es verdient, verdient's

Neben den Highlights und Marktzahlen der Industrie interessiert mich auf der Futura vor allem, was abseits der Hallen die Branche beschäftigt. So war natürlich die Pensionierung von Edi Kern, GF Mediamarkt Vösendorf, in aller Munde. Kern hat die Branche wie nur wenige andere mitgestaltet und und ich gratuliere ihm zu seinem äußerst erfolgreichen Lebenswerk. Mit ihm verlässt einer der wenigen Urgesteine, die uns noch geblieben sind, die Branche. Wer glaubt, ich sei Staatsfeind Nr. 1 der Großfläche, der irrt. 

 

Als ein wichtiger Arbeitgeber es Landes sitzt Media-Saturn (fast) im selben Boot wie die Fachhändler. Die Zeiten haben sich geändert: Heute müssen wir froh sein, wenn die Kaufkraft nicht noch mehr ins Ausland abfließt. Wenn der heimische stationäre, Multichannel- als auch Onlinehandel floriert – oder besser gesagt – florieren würde, dann freue ich mich mit. Ob dieser Hartlauer, Majdic, Führlinger, Schuller, Stöhr, Baudendistel oder Wober heißt – das macht für mich keinen großen Unterschied.

Was ich aber nicht leugnen kann, ist die Tatsache, dass mir viele Fachhändler menschlich näher stehen als die Vertreter in Rot-Blau. Aus dem einfachen Grund: Ich kenne sie besser, viele teilen mir ihre Sorgen, Nöte und Strategien mit und nicht zuletzt habe ich – privat wie beruflich – mit ihnen schon  sehr gelacht. Wenn ich also eingangs mit der Pensionierung von Edi Kern beginne, dann kann ich nur einem mindestens genauso Großen der Branche Rosen streuen: Wolfgang Mörth, das „Urgestein in Magenta“, hat sich aus dem Vorstand von Red Zac zurückgezogen. Ohne Mörth würde die Kooperation gar nicht oder ganz anders am Markt dastehen – und nicht zuletzt spürt man die Menschlichkeit, wenn sich die verbliebenen Vorstände Alexander Klaus und Peter Osel ohne ihn als „Waisenkinder“ bezeichnen.

Ich bin mir aber sicher, dass Mörth weiterhin ein offenes Ohr für „seine Kinder“ hat. Viele Gespräche in Salzburg drehten sich natürlich auch um die Doppelbelastung Fritz Sobols. Wer ihn kennt – und wer kennt ihn in der Branche nicht – kann gar nicht anders, als dem Tausendsassa für sein Engagement, sein Hirn und seine Leidenschaft Respekt zu zollen. Ich gratuliere ihm zu der Entscheidung, die operativen Agenden in Österreich an Alfred Hummer und Michael Hofer zu übertragen – denn wie er im Gespräch mit E&W so richtig betont: „Meine Tätigkeit im EP:Vorstand ist ja nicht nur irgend ein Teilzeitjob und auch Österreich ist kein Teilzeitjob.“ Ich freue mich aber, und das ist nicht selbstverständlich, dass er weiterhin der heimischen  Zentrale jederzeit zur Verfügung steht – und wir ihn sicher auf den heimischen Messen wiedersehen. Aus Platzgründen kann ich heute leider nicht mehr Hochbegabte der Branche vor den Vorhang zu stellen. Nur einen noch: Markus Kreisel und natürlich seine Brüder. Applaus von mir zu eurem zweiten, erfolgreichen Standbein! Und Applaus für all jene, die  wendig, mutig und schlau in ihrem Leben außergewöhnliche und beispielgebende Arbeit leisten – gleich, welcher Coleur.

 
Bettina Paur, 7.10.2013