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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Samstag, 18. November 2017
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Dominik Schebach, 13.9.2013

Kommentar von Dominik Schebach

Sicherheit ja, aber bitte gratis

Die jüngste Social Impact Studie von A1 und GfK zeigt einmal wieder schön den Zwiespalt auf, der den Österreichern inne wohnt. Einerseits sorgt man sich um seine Daten, sobald allerdings persönliches Engagement notwendig wird, erlahmt der Furor. Und noch weniger sind die meisten User bereit, für die Sicherheit auch etwas Geld auszugeben.

So weit, so bekannt. Noch viel erstaunlicher – für mich zumindest – ist allerdings, dass das Problem Datensicherheit bei vielen Menschen erst mit der NSA-Affäre und der ständigen Präsenz in den Medien so richtig ins Bewusstsein gedrungen ist. Prototypisch sah ich dies bei der Diskussion mit einem meiner älteren Verwandten, der sich bisher „erfolgreich“ dem Computerzeitalter entzogen hatte. Internet war zwar interessant, „aber eigentlich nur etwas für jüngere Leute.“ Das Interesse an der elektronischen Welt erlosch regelmäßig, sobald es darum ging, sich die Bedeutung der ESC-Taste zu merken. Dieser ältere Verwandte überraschte mich zuletzt mit Wortmeldungen zu NSA, Datensicherheit und der „unheimlichen Bedrohung durch Hacker und Geheimdienste“, die sich plötzlich aufgetan hätte. Kurz, die Entwicklung seit dem Wurm „I-love-you“ und Echelon sowie immer wider aufflammenden Datenschutz-Diskussionen sind leider an den vielen Menschen spurlos vorbeigegangen. Mit dem medialen Trommelfeuer rund um die Veröffentlichen von Edward Snowden folgte die Erkenntnis, dass fast jeder  im Netz verwundbar ist, und dass das schöne modische Smartphone mit den vielen bunten Symbolen auf dem Bildschirm, sehr viel über die Finanzen, die Gewohnheiten und selbst den Gesundheitszustand des Nutzers verraten kann – und plötzlich ist Feuer am Dach.

Die Social Impact-Studie hat aber auch gezeigt, dass die technikaffinen User viel aktiver um die Sicherheit ihrer Daten bemühen und in der Folge auch weniger besorgt sind. Für den Telekom-Fachhandel ergibt sich hier eine Chance. Er kann sich hier als der verlässliche Partner des Kunden etablieren, der mit Kompetenz punkten kann. Vom Back-up der Daten, Beratung zu Cloud-Diensten bis zur Sicherheitslösung für das Smartphones, einschließlich Suchfunktion und Datenlöschung bei Verlust des Geräts, gehören hier her.

Die weit verbreitete Gratiskultur bei den Endkunden muss allerdings überwunden werden. Wenn sich die Kunden schon selbst nicht engagieren wollen, so sollte ihnen die Sicherheit der eigenen Daten zumindest etwas wert sein. Der Fachhandel muss das Thema Sicherheit aktiv am POS ansprechen. Ansonsten schläft die Diskussion wieder ein, nur um beim nächsten Datenmissbrauchsskandal wieder aufzubrechen.

Dominik Schebach, 13.9.2013