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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Sonntag, 19. November 2017
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Wolfgang Schalko, 10.7.2013

Elektrotechnik-Kommentar E&W 7-8/2013 von Wolfgang Schalko

Vier gewinnt – ein Versuch

Die Standesvertretung rührt weiter fleißig die Werbetrommel – vom einen Ende, den Mitgliedern, bis hin zum anderen, den Konsumenten (und zugleich Kunden der E-Techniker). Unter dem Stichwort„Leistbares Wohnen” hat man sich ein modernes Konzept auf die Fahnen geheftet, mit dem man Umweltorientierte ebenso anspricht wie Einsparungswillige – durch ein energieeffizientes System aus Stromerzeugung und Infrarotheizung.

 Mehrere hundert Euro an Kosten und Kilos an CO₂-Emissionen soll die dadurch mögliche Reduktion ausmachen.

Wie Innungssprachrohr und e-Marke-GF Gottfried Rotter erklärte, habe man das Ganze „Win-4-U-Effekt" getauft: Denn die oben genannte Alternative sorge dafür, dass es erstens im Winter schön warm und im Sommer angenehm kühl sei. Zweitens dafür, dass die Stromerzeugung mit erneuerbarer Energie ohne Investition-Mehrkosten (verglichen mit konventionellen Methoden wie zB Öl, Gas oder Pellets) von Statten gehe. Drittens, dass für die neuen, intelligenten Stromzähler (Smart Meter) eine sinnvolle EInsatzmöglichkeit bestünde. Und viertens, dass jedem Einzelnen schlichtweg mehr Geld im Börsel bleiben würde. Das zugehörige schlüssige Konzept wurde von einer Delegation bestehend aus dem Bundesinnungmeister Joe Witke, Gottfried Rotter und Günther Hraby, Geschäftsführer der easyTherm Infrarot Wärmesysteme, vorgestellt.

So gut und plausibel diese Möglichkeit auch sein sollte, so unkonventionell ist sie auch. Daher wird noch ein ordentliches Maß Überzeugungsarbeit und Erklärungsaufwand zu leisten sein, ehe die Kombination aus Photovoltaik (PV) und Qualitäts-Infrarotheizung bei den Endkunden so richtig zu „ziehen" beginnt. Denn zu lange herrschte die breite Meinung vor, dass Strom nicht zum Heizen da ist. Sogar völlig zurecht, wenn man dabei nur an jene Strahler denkt, die nach dem „Glühbirnen-Prinzip" für Temparatursteigerungen sorgen. Moderne Stromheizsysteme sind davon allerdings weit entfernt und funktionieren völlig anders – wie  oben erwähnt bedarf das allerdings entsprechender Kommunikation. Und dann kommt noch der Aspekt ins Spiel, mit dem auch der Ausbau der erneuerbaren Energien in seinen Anfängen zu stehen oder zu fallen drohte: Akzeptanz, u.a. in Form von Förderungen. Akzeptanz bei den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, die für die – auch rechtlichen – Rahmenbedingungen zu sorgen haben, damit ein solcher Hoffnungskeim nicht gleich in seinen Ansätzen wieder zerstört wird.

Wolfgang Schalko, 10.7.2013