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Wolfgang Schalko, 10.7.2013

Multimedia-Kommentar E&W 7-8/2013 von Wolfgang Schalko

Über bewerten und überbewerten

In meinen nun doch schon einigen Jahren als Redakteur der E&W habe ich so manchen Eklat oder Aufreger, ja sogar handfesten Skandal oder echte Sensation erlebt. Ich kann mich jedoch nicht erinnern, dass ein einzelnes Ereignis (mit Ausnahme des von E&W-Herausgeber A. Rockenbauer ausgelösten „Geizhals-Branchenbebens” vor gut einem Jahr) so viele – durchaus leidenschaftliche – Reaktionen auf unserer Webseite elektro.at hervorgerufen hätte wie jener vermeintlich eher banale Eintrag „VKI: simpliTV macht seinem Namen alle Ehre” vom 18. Juni.

Wie auch im Multimedia-Teil dieser Ausgabe nachzulesen, stellten die Konsumentenschützer der DVB-T2-Plattform ein durchwegs positives Zeugnis aus – und ernteten dafür in einem Kommentar harsche Kritik: Man könne dem VKI „ohnehin nur mehr beschränkt trauen".

Die meisten der immerhin fast zwanzig (!!) Postings trugen folgende Aussage in ihrem Kern: Die Nachfrage nach simpliTV lässt bei einigen Fachhändlern bislang offenbar zu wünschen übrig, mitunter ist sie gar nicht vorhanden. Dass dem so ist glaube ich ebenso wie die Aussage von simpliTV-Geschäftsführer Thomas Langsenlehner, der sich im Gespräch mit E&W von den ersten Verkaufszahlen regelrecht beeindruckt zeigte. Und genau an diesem Punkt ist es nun ganz entscheidend, das Ganze differenziert zu betrachten. Zum VKI: Von diesem wurde das Produkt auf Aspekte wie Funktionalität, Benutzerfreundlichkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis getestet, jedoch nicht darauf, wie gut sich simpliTV von jedem einzelnen Händler verkaufen lässt. Dem positiven Urteil nun erste negative POS-Erfahrungen gegenüber zu stellen, fällt für mich in die – leider sehr beliebte – Kategorie „Äpfel-mit-Birnen-vergleichen". Denn das eine hat mit dem anderen wenig bis gar nichts zu tun.

Dazu kommt, dass sich die Schnelllebigkeit unserer Zeit schon bedenklich weit in die Köpfe gefressen zu haben scheint: Etwas Neuem, das nachweislich nicht schlecht ist (wer anders denkt, möge sich die gesamteuropäischen Fernsehempfangsdaten in Bezug auf die Terrstrik zu Gemüte führen), nicht einmal die Chance geben zu wollen, sich zu entwickeln, ist als Geschäftsmann höchst fahrlässig. Wo wäre Pay-TV, wo wäre SAT heute, hätten nicht auch welche daran geglaubt? Man stelle sich nur vor, es würden all jene aus unserer Branche, die noch nie auch nur ein einziges Sky-Abo verkauft haben, gegen den Bezahlsender wettern – es wäre wohl ein ganz gewaltiges Donnerwetter...

Wolfgang Schalko, 10.7.2013
        





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