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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Donnerstag, 23. November 2017
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Smart Mobile-GF Robert Ribic begibt auf die Suche nach den Kunden.

Robert Ribic, 12.6.2013

Ein Gastkommentar von Robert Ribic

Irgendwo müssten Konsumenten sein

Alle, alle sind sie auf der Suche nach jenem zauberhaften Wesen, das als KonsumentIn bekannt ist. Man hört allenthalben, dass das Geschäft flau laufe, wenn nicht gar Einbrüche zu verzeichnen sind. Schön, man könnte das auf die heuer lang anhaltende Winterdepression schieben. Mode- und Sportartikelhandel haben diese schmerzlich zu spüren bekommen. Wenn draußen der Schnee liegt, dann ist der Gusto auf Fahrradln oder Bikinis schaumgebremst.

Aber in der Telekommunikationsbranche? Die weiße Pracht kann doch nicht schuld am sinkenden Umsatz bei Smartphones sein. Noch dazu, wo heuer gar nicht so wenige, höchst interessante Neuerscheinungen von vielen Erzeugern auf den Markt gekommen sind. Die Netzbetreiber jubeln nicht, die Internethändler lächeln nur gequält, der Fachhandel hat schon vollere Kassen gesehen.

Eine Erklärung wäre, dass die Wirtschaftskrise mit Verspätung ankommt. Das klingt zu simpel und ist auch nicht schlüssig. Denn in den vergangenen Jahren nach der Lehman-Brothers-Pleite wurde auch ganz brav gekauft. Und das Preisniveau bei den Neuvorstellungen ist nicht sooo sprunghaft gestiegen. Es könnte etwas mit einer gewissen Technik-Müdigkeit zu tun haben. Die Zahl der Freaks, die jedes Jahr vom Super-Überdrüber-Smartphone aufs Supersuper-Noch-Überdrüberer-Gerät umsteigen und dafür jeweils ein paar Hunderter aus der Tasche zaubern, steigt nicht sprunghaft.

Dazu kommt, dass viele einfach darauf warten, dass die Produkte irgendwann billiger werden, weil es da und dort Aktionen gibt, weil Mitbewerber einander unterbieten – oder so. In der Zwickmühle ist der Fachhandel, speziell jener, der groß im Internetgeschäft herauskommen will. Denn Kunden reagieren ganz bitterböse, wenn sie im Netz ein Gerät billiger entdecken, als es im Fachgeschäft mit demselben Namen zu haben ist. Da werden dann Konsumentenschützer auf den Plan gerufen und in den diversen Foren wird von Nepp gesprochen oder gar zum Kaufboykott aufgerufen.

Reisebüroprofis werden jetzt nur müde lächeln, sie kennen das zur Genüge. Erst lässt sich die Kundschaft lange beraten, geht mit vielen Prospekten zur Tür hinaus und klickt sich dann durch alle Suchmaschinen, die nach Geizhals aussehen. Der Fachhandel ist nun einmal personalintensiv. Beratung kostet. Das Geld muss irgendwo herkommen. Das muss man den KonsumentInnen erst einmal erklären, das ist wieder zeitintensiv – und das kostet auch. Aber erklären kann man nur dann, wenn diese Zauberwesen wieder in die Geschäfte strömen!    

Robert Ribic, 12.6.2013