Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Mittwoch, 19. Juni 2013
okhilfe


Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik und René Tritscher, GF der Bundessparte Handel, sind einer Meinung: Die geplante Festplattenabgabe ist nicht geeignet, um die Ansprüche der Künstler abzugelten.

Festplattenabgabe :


Klarstellung des Gremiums
Urheberrecht: Der Kampf geht weiter

Dominik Schebach, 3.4.2013
Widerstand zeigt Wirkung
Festplattenabgabe liegt auf Eis

Dominik Schebach, 18.3.2013
Gegen die Festplattenabgabe
Bürgerinitiative online unterstützen

Dominik Schebach, 13.3.2013
Weit über den Erwartungen
Festplattenabgabe: Unterschriften im Parlament

Dominik Schebach, 6.3.2013
Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten
„Kunst hat Recht“ siegt auf allen Linien

Dominik Schebach, 21.2.2013
"Geplante Abgabe träfe Konsumenten hart"
Festplattenabgabe: Auch die Krone springt auf

Bettina Paur, 20.2.2013
Zahl der Woche
Festplattenabgabe kostet jeden 100 Euro

Wolfgang Schalko, 6.2.2013
URA: Der Löwe ruft
Hartlauer: Unterstützung für Unterschriftenaktion

Dominik Schebach, 6.2.2013
Urheberrecht: Mobilisierung des Handels durch WKO und Gremium
Bürgerinitiative gegen Festplattenabgabe gestartet

Dominik Schebach, 15.1.2013
"Einschränkung der Freiheitsrechte"
Journalisten Club zur Urheberrechtsdebatte

Bettina Paur, 12.12.2012
Plattform für offenen Urheberrechtsdialog
Für einen Kurswechsel beim Urheberrecht

Bettina Paur, 12.12.2012
Podiumsdiskussion
"Offener Urheberrechtsdialog"

Bettina Paur, 11.12.2012
Nein zur Handy- und Computersteuer
Mit Resolution und Video für ein modernes Urheberrecht

Dominik Schebach, 22.11.2012
Urheberrecht und Festplattenabgabe
Künstler hoffen auf internationalen Rückenwind

Dominik Schebach, 19.11.2012
Plattform für modernes Urheberrecht
Festplattenabgabe: Nein!

Bettina Paur, 2.11.2012
3 Kommentare
Initiative für ein modernes Urheberrecht stellt sich vor
Plattform gegen "Computersteuer"

Dominik Schebach, 30.10.2012
Zu diesem Eintrag gibt es 1 Kommentar
Von Protestmärschen bis Youtube
Billige Propaganda der Künstler

Bettina Paur, 18.10.2012
8 Kommentare
Handelsverband zur Festplattenabgabe
"Handel und Künstler müssen gemeinsame Ziele verfolgen"

Bettina Paur, 17.10.2012
Unabhängige Musikproduzenten: Volle Unterstützung für Festplattenabgabe
Verteilungsgerechtigkeit sicherstellen???

Bettina Paur, 17.10.2012
Internetgebühr statt Festplattenabgabe
Gremium zeigt sich aufgeschlossen

Dominik Schebach, 12.10.2012
Zu diesem Eintrag gibt es 1 Kommentar
Kropik gegen Zinggl
FMK: Internetabgabe der Grünen unausgegoren

Bettina Paur, 10.10.2012
Festplattenabgabe
URA in der heißen Phase

Dominik Schebach, 26.9.2012
Zu diesem Eintrag gibt es 2 Kommentare
Festplattenabgabe: Her mit dem Zaster
Künstler wollen 15 Mio Euro vom EFH

Dominik Schebach, 29.6.2012
2 Kommentare
Festplattenabgabe
„Es droht eine Belastungslawine“

Dominik Schebach, 8.6.2012
Zu diesem Eintrag gibt es 1 Kommentar
Neuer Anlauf zur Festplattenabgabe
"Vorstoß ist das falsche Signal"

Dominik Schebach, 19.4.2012
1 Kommentar


Dominik Schebach, 8.6.2012

Festplattenabgabe

„Es droht eine Belastungslawine“

Die Pläne der Verwertungsgesellschaften, die Urheberrechtsabgabe auf Festplatten auszuweiten, lassen bei Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik schon seit längerem die Alarmglocken schrillen. Jetzt geht er zusammen mit der WKO in die Offensive, um in Politik und bei den Endkonsumenten zur Bewusstseinsbildung beizutragen. Die Botschaft ist klar: „Mit einer Festplattenabgabe droht eine Belastungslawine für die österreichischen Konsumenten und den österreichischen Fachhandel, ohne erkennbaren Mehrwert für die Konsumenten.“

Wir sind dafür, dass die Rechte der Künstler abgegolten werden. Das steht außer Frage. Eine Festplattenabgabe ist allerdings der falsche Weg“, erklärte Krejcik vor Journalisten in Wien. „Denn die Nutzergewohnheiten haben sich geändert. Die Kunden kaufen immer mehr Musik online, speichern ihre Musik in der Wolke und benötigen damit überhaupt keine Festplatte mehr.“ Sprich, die Festplattenabgabe geht ins Leere und würde die Probleme der Künstler für eine angemessene Abgeltung ihrer Werke nicht lösen.

Dafür würde allerdings eine Festplattenabgabe das Arbeitswerkzeug PC bzw externe Festplatte zusätzlich belasten. Zu Unrecht, wie Krejcik findet. Denn derzeit werden Festplatten von den Konsumenten überwiegend zum Speichern selbst erstellter Inhalte wie Fotos oder Arbeitsunterlagen verwendet. Trotzdem würden mit einer Festplattenabgabe die österreichischen Konsumenten mit 30 Mio Euro belastet. Vorausgesetzt, sie kaufen dann noch in Österreich. Denn bricht man die Belastung auf das einzelne Gerät herunter, dann ergibt sich durch die Festplattenabgabe nach den Berechnungen der WKO ein Aufschlag von 7% bis 8% für ein Standard-Notebook und rund 35% für eine externe Festplatte.

Ausländische Online-Anbieter bevorzugt

Ausländische Internetanbieter, die diese Kosten nicht tragen müssen – wie sie auch keine Elektroschrottabgabe zahlen müssen – können natürlich entsprechend günstiger anbieten. Die Befürchtung der WKO, dass im Falle einer Einführung der Festplattenabgabe die Kunden diese mit verstärkten Einkäufen übers Internet umgehen, ist damit nicht mehr von der Hand zu weisen – mit allen Konsequenzen für den österreichischen Handel und seine Angestellten.

 Die 30 Millionen Euro lösen die Problem der Künstler nicht“, erklärte deswegen auch René Tritscher, GF der Bundessparte Handel. „Der Konsument weicht aus und damit gibt es noch weniger Einnahmen für die Künstler und Verwertungsgesellschaften.“ Er fordert in diesem Zusammenhang auch sichere Rahmenbedingungen für den österreichischen Handel. Tritscher spielt dabei auf den gegenwärtigen Versuch der AustroMechana an, die Leerkassettenvergütung auf Festplatten auszuweiten. Ein Ansinnen, womit die Verwertungsgesellschaft bereits in zwei Instanzen vor Gericht gescheitert ist. Derzeit ist das Verfahren vor dem OGH anhängig und auch dort ist die WKO optimistisch, das Verfahren zu gewinnen. „Sich unter diesen Voraussetzungen bei der Politik ein Gesetz in Form der Festplattenabgabe zu bestellen, ist rechtsstaatlich ein Wahnsinn“, so Tritscher. Um die Bewusstseinsbildung weiter voranzutreiben, hat die WKO die Seite www.ja-zur-kunst.at ins Netz gestellt. 

 Hintergrund

Begründet wird die gewünschte Festplattenabgabe unter anderem mit den sinkenden Einnahmen im Bereich der Leerkassettenabgabe. Allerdings zahlt die österreichische Wirtschaft bereits jetzt mehr als 180 Mio Euro pro Jahr an die verschiedenen Verwertungsgesellschaften. Die AustroMechana erhält davon 24 Mio Euro. Darüber hinaus überweisen EFH und Kabelbetreiber 6 Mio Euro jährlich an die Künstlersozialversicherung. 

Dominik Schebach, 8.6.2012
        





Gegner der Festplattenabgabe | 2. 11. 2012, 18:15 Uhr