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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Samstag, 21. April 2018
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Screenshot des Prospekts von Metro.

Dominik Schebach, 16.11.2017

"Bedeutender Lieferant"

Bundesgremium prangert fragwürdige Geschäftspraktiken bei TV an

Gewöhnlich hält sich Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik zurück, wenn es um die Bewertung des Marktverhaltens von Lieferanten geht. Im jüngsten Insider des Bundesgremiums zieht der Obmann allerdings vom Leder. Auslöser war ein heute erschienenes Flugblatt von Metro, in dem ein Samsung 65 Zoll LED TV für 798 Euro (inkl MwSt) angepriesen wurde.

„Obwohl ich mich normalerweise zu Tagesgeschäften in diesem Rahmen nicht äußere, muss ich heute ein Marktverhalten eines unserer bedeutendsten Lieferanten ansprechen, für das ich keinerlei Verständnis aufbringen kann“, schreibt BGO Wolfgang Krejcik im heutigen Insider der WKO. Zwar hat Krejcik diplomatisch weder Marke noch Handelskonzern erwähnt, Brancheninsider haben allerdings schnell 1+1 zusammengezählt und seither läuten auch bei uns die Telefone.

Bedrohlich sei das Angebot aus mehreren Gründen, wie Krejcik darlegte. Zum einen sei das offerierte TV-Gerät noch immer mit einem unverbindlichen Verkaufspreis von 1899 Euro (inkl. MwSt) in der Liste. Hält man sich den Preis der Metro von 798 Euro (inkl MwSt) vor Augen, so ist das ein Unterschied von 1101 Euro. Dem Vernehmen nach sollen Metro zudem mehrere hundert Geräte zur Verfügung stehen. Damit werde nicht nur der Preis von dem betroffenen Flat-TV verrissen, sondern auch das Preisgefüge im TV-Markt insgesamt werde zerstört, beklagt Krejcik. Schließlich könne man kaum ein kleineres Gerät für einen höheren Preis anbieten. Gleichzeitig werde  dem Kunden eine hohe Marge vorgegaukelt, während der FH von den Verkaufspreisen kaum sein Auskommen findet.

Der Bundesgremialobmann betonte mehrmals die Bedeutung von Samsung für den Fachhandel. Besonders unter dem Aspekt, dass der EFH die Marke vor 20 Jahren mit aufgebaut hätte. Er appelliert deswegen an die Verantwortlichen, die Geschäftspolitik radikal zu ändern. Lesen Sie unten die gesamte Aussendung des Bundesgremiums.

[Update] Antwort von Samsung

Wir haben Samsung mit dem Schreiben des Gremiums konfrontiert. Michael Zöller, Leiter der Sparte Consumer Electronics, Samsung Electronics Austria, hat uns geantwortet: „„Wir nehmen ganz klar Abstand davon diese Preisgestaltung unterstützt bzw. ermöglicht zu haben. Wir können nur davon ausgehen, dass der Handelspartner den von uns gewährten Einkaufspreis massiv stützen muss, um diesen Endkunden-Verkaufspreis zu gewährleisten. Uns als Hersteller schadet diese Art von aggressiver Preisgestaltung jedenfalls erheblich, wir dürfen allerdings aus Wettbewerbsgründen keinen Einfluss auf den Endkunden-Verkaufspreis nehmen. Wir prüfen aktuell, ob diese Aktion zu einer wesentlichen Beeinflussung des Marktes nach dem UWG führt und behalten uns weitere Schritte vor.“

 

Aussendung

Die gesamte Aussendung von BGO Wolfgang Krejcik finden Sie im Anhang.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Unsere Kampagne „#KAUFTWIRDZHAUS“ ist erfolgreich angelaufen. Ich hoffe, dass auch Ihr Unternehmen unsere Aktion unterstützen wird, denn der ausländische Versandhandel mit seiner höchst aggressiven Geschäftspolitik ist gerade in unserer Branche höchst aktiv.

Leider stehen wir auch in anderen Bereichen vor großen Herausforderungen. Obwohl ich mich normalerweise zu Tagesgeschäften in diesem Rahmen nicht äußere, muss ich heute ein Marktverhalten eines unserer bedeutendsten Lieferanten ansprechen, für das ich keinerlei Verständnis aufbringen kann.

Wie bekannt zeigt das TV-Geschäft im Gegensatz zu den Hausgeräten einen doch bemerkenswerten Rückgang zum Vorjahr. Natürlich wissen wir alle, dass Ereignisse wie Fußball-Europameisterschaft oder Digitalumstellung wesentliche Kaufimpulse bringen und heuer fehlen.

Heute offeriert ein österreichweit vertretener Handelskonzern ein TV-Gerät mit 65“-Bildgröße um 665,- + 20% Mehrwertsteuer, wobei eine hohe dreistellige Stückzahl zur Verfügung stehen soll. Dieses Gerät hat nach wie vor einen unverbindlichen Verkaufspreis von 1899,- inkl. Mehrwertsteuer. Selbst umsatzstärkste Händler würden bei diesem Angebot viele hundert Euro dazulegen.

Der österreichische Fachhandel steht diesem Angebot fassungslos gegenüber. Neben der katastrophalen Gegenüberstellung 1899,- zu 665,-  - dem Konsumenten werden ungeheure Spannen in unserer Branche vorgegaukelt -  wird auch die sogenannte Preistreppe zerstört. Es können ja dann Geräte mit kleineren Bildschirmen nicht teurer angeboten werden. Besonders dramatisch kommt auch unser Handel in Erklärungsnot. Hier wurden viele dieser Geräte zu Preisen verkauft, die, obwohl mehr als doppelt so teuer, kaum auskömmlich waren. Ich weiß nicht, wie wir hier Kundenreklamationen in Richtung Übervorteilung begegnen können, obwohl wir mehr als korrekt kalkuliert haben.

Unsere beträchtlichen Investitionen mit Lager, Ausstellung, Schulung, Werbung und Service für diese Marke sind daher zu hinterfragen.

Dieses Angebot zerstört aber unser wichtigstes Kapital – das Vertrauen unserer Kunden.

Es ist mir rätselhaft, wie ein Weltkonzern mit hoher Reputation einzelnen Unternehmen Abgabepreise einräumen kann, die diese ruinöse Vorgangsweise ermöglichen.

Wir wollen diesen Hersteller für den Fachhandel nicht verlieren!

 Wir haben diese Marke, die vor 20 Jahren kaum bekannt war, groß und zum Marktführer gemacht. Jetzt ist bei vielen Typen ein Verkauf ohne Verlust kaum möglich, von einer auskömmlichen Handelsspanne, die wir dringend brauchen, sind wir weit entfernt.

Ich appelliere, dass sich die derzeitige Geschäftspolitik um 180 Grad ändern muss.

Sie ist derzeit dieser Marke unwürdig.

Herzlichst Ihr

KommR Wolfgang Krejcik

Bundesgremialobmann

Dominik Schebach, 16.11.2017
        





Kistenschieber | 21. 11. 2017, 16:00 Uhr
Axel Lindner | 21. 11. 2017, 14:12 Uhr
noch ein Händler | 20. 11. 2017, 16:35 Uhr
kleinerhändler | 18. 11. 2017, 16:28 Uhr
Mario | 18. 11. 2017, 07:04 Uhr
noch ein ganz kleiner Händler  | 17. 11. 2017, 19:58 Uhr
kleinerhändler | 17. 11. 2017, 10:50 Uhr
Insider | 17. 11. 2017, 10:42 Uhr
Hannes M. | 17. 11. 2017, 10:27 Uhr
Insider | 17. 11. 2017, 08:08 Uhr
Ökonom | 17. 11. 2017, 00:19 Uhr
Händler | 16. 11. 2017, 23:20 Uhr
HMH. | 16. 11. 2017, 20:06 Uhr
kleiner Händler | 16. 11. 2017, 19:54 Uhr
Fachhändler | 16. 11. 2017, 19:27 Uhr
Industrie Insider | 16. 11. 2017, 19:12 Uhr
Handels Insider | 16. 11. 2017, 18:33 Uhr
cw | 16. 11. 2017, 17:32 Uhr
Verarschter Händler | 16. 11. 2017, 17:29 Uhr
kleiner Händler | 16. 11. 2017, 17:28 Uhr
ein KEL | 16. 11. 2017, 17:23 Uhr
Noch-Händler | 16. 11. 2017, 17:22 Uhr
noch ein ganz kleiner Händler | 16. 11. 2017, 17:17 Uhr
Industrie Insider | 16. 11. 2017, 17:02 Uhr
Beobachter  | 16. 11. 2017, 16:44 Uhr
ganz kleiner Händler | 16. 11. 2017, 16:30 Uhr
Insider | 16. 11. 2017, 16:27 Uhr
Insider | 16. 11. 2017, 16:25 Uhr