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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Dienstag, 21. November 2017
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3CEO Jan Trionow hat heute den Abschluss des Übernahme-Prozesses von Tele2 bekannt gegeben. Die vollständige Verschmelzung von Drei und Tele2 ist für das Q2 2018 geplant.

Dominik Schebach, 7.11.2017

Größter alternativer Anbieter entsteht

Drei schließt Tele2-Übernahme ab

Drei hat die Übernahme von Tele2 endgültig abgeschlossen. Das hat der Betreiber heute bei einer Pressekonferenz in Wien bekanntgegeben. Drei ist mit Tele2 der nunmehr größte alternative Telekomanbieter Österreichs, der neben Mobilfunk, Internet und TV auch Festnetz und IT-Lösungen anbieten kann. Der neue Betreiber wird rund 1500 Mitarbeiter haben. (Bild: Dominik Schebach)

"Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Tele2 sind einer der wichtigsten Faktoren für die erfolgreiche Übernahme. Wir freuen uns sehr, das Spitzenteam von Tele2 und seine Kunden endgültig bei Drei willkommen zu heißen“, so 3CEO Jan Trionow heute vor der Presse. „Der Abschluss unserer Transaktion ist eine gute Nachricht für die Kunden beider Unternehmen, für alle Mitarbeiter und für den Infrastruktur-Standort Österreich. Durch die Übernahme bündeln zwei Pioniere aus Mobilfunk und Festnetz ihre Kräfte und schaffen künftig Österreichs erstes alternatives Telekom-Komplettangebot. Mit der erfolgreichen Integration von Tele2 werden wir erneut beweisen, dass aus eins und eins Drei werden kann."

Für die bisherigen Tele2-Kunden bleibt alles beim Alten. Drei werde vorerst das erfolgreiche Geschäftsmodell von Tele2 fortführen und auch den Service-Kurs mit den bestehenden Regionalbüros von Tele2 fortsetzen, um Kontinuität in der Kundenbetreuung sicherzustellen. Dazu werden auch beide Unternehmen mit ihren Produktpaletten vorerst parallel bestehen. Dh, dass die Produkte auch weiterentwickelt werden. Die vollständige Verschmelzung von Drei und Tele2 ist für das zweite Quartal 2018 geplant. Dann wird auch die Marke Tele2 verschwinden.

Nach der Zusammenlegung plant Drei neue Telekom- und IT-Komplettlösungen für seine Businesskunden sowie innovative kombinierte Angebote für seine Privatkunden. Außerdem soll die Kombination von Festnetz und Mobilfunk für Kunden ein noch schnelleres und stabileres Internet ermöglichen. Erste gemeinsame Produkte sollen ebenfalls im zweiten Quartal 2018 auf den Markt kommen.

Business und Bündelprodukte

Mit der Übernahme wird vor allem der Marktanteil bei Unternehmenskunden weiter ausgebaut. Jedes vierte heimische Unternehmen und jeder dritte Großbetrieb ist künftig Kunde von Drei. Diese Stärke soll auch in Zukunft voll zum Tragen kommen. Bei Neuvertragsabschlüssen will Drei in Zukunft für heimische Unternehmen die erste Wahl sein – und sich als wichtigste Alternative zum Marktführer A1 etablieren.

Trionow geht davon aus, dass die Übernahme von Tele2 durch Drei den Wettbewerb in mehrfacher Hinsicht beleben wird. Dazu gehört auch der Infrastrukturbereich. Ähnlich wie die Übernahme von Orange den LTE-Ausbau beflügelte, erwartet Trionow auch im Festnetz positive Auswirkungen für den österreichischen Markt. „Mit der Übernahme von Tele2 wollen wir nun auch den heimischen Preis- und Angebotswettbewerb im Festnetz beleben", betonte Trionow. Auch die Bundeswettbewerbsbehörde, die die Übernahme Mitte Oktober freigegeben hat, geht davon aus, dass sie sich "positiv auf den Wettbewerb auswirken kann, da mehr Konkurrenz im Hinblick auf Bündelprodukte (Mobilfunk-/Festnetztelefonie und Breitband) auf dem Markt entsteht".

Ziel Umsatzwachstum

Mehrmals betonte der 3CEO bei der Pressekonferenz, dass das Ziel des Zusammenschlusses Wachstum sei. In dieser Hinsicht ergänzen sich Drei und Tele2 hervorragend. Deswegen geht Trionow auch davon aus, dass die meisten der Mitarbeiter von Tele2 auch langfristig übernommen werden. Für 2016 kratzen Drei und Tele2 gemeinsam an der 900 Mio Euro Umsatzgrenze. Die Umsatzmilliarde rücke damit für die kommenden Jahre bereits in Reichweite.

Dazu gehört auch ein kräftiger Wachstumsschub im Business-Segment, besonders bei Großkunden, wo Drei bisher unterrepräsentiert war. Damit will Drei in Zukunft gemeinsam mit Tele2 ein Viertel seiner Umsätze im Business-Segment erzielen.

Dominik Schebach, 7.11.2017