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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Sonntag, 19. November 2017
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Die aktuelle IFH-Studie der Messe Frankfurt durchleuchtet das Konsumverhalten in Europa anhand ausgewählter Warengruppen – und mit teils überraschenden Ergebnissen.


Zu diesem Artikel gibt es folgende weiteren Informationen:

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Wolfgang Schalko, 8.2.2017

Messe Frankfurt veröffentlicht IFH-Studie zu „Konsumausgaben in Europa“

Was shoppen die Europäer?

Welche Konsumgüter stehen auf den Einkaufszetteln der EU-Bürger ganz oben? Kaffeeautomaten? Handtaschen? Schmuck? Oder gar Staubsauger? Wie haben sich die Umsätze in Europa zwischen 2010 und 2015 in den einzelnen Ländern und über alle Grenzen hinweg entwickelt? Fragen wie diese beantwortet die neue Studie der Messe Frankfurt zum Thema „Konsumausgaben in Europa“.

Parallel zur internationalen Konsumgütermesse Ambiente erscheint der Vergleich europäischer Märkte in der Reihe der Management Reports. Zahlen und Fakten dazu hat das Institut für Handelsforschung – IFH Retail Consultants aus Köln recherchiert. Und zwar für sechs verschiedene Märkte: Glas/Porzellan/Keramik und Hausrat; Elektrokleingeräte; Kleinmöbel; Schmuck; Gartenausstattung und -dekoration sowie Lederwaren und Accessoires.

„Die Europäische Union ist ein Staatenbündnis mit vielen Märkten. Hier leben 504 Millionen Verbraucher, die mit einem Nachfragevolumen von 111 Milliarden Euro in den untersuchten Märkten für gute Umsätze sorgen. Die neue Studie der Messe Frankfurt zeigt nicht nur, in welchem Land am meisten für welche Produkte ausgegeben wird. Sie stellt auch heraus, in welchen Staaten es für verschiedene Waren noch Potenzial gibt", so Stephan Kurzawski, Geschäftsleitung, Messe Frankfurt Exhibition GmbH. „Die unterschiedliche Entwicklung der Nachfrage in den einzelnen Ländern ist sowohl wirtschaftlich als auch kulturell bedingt, das kreiert bei einigen der Ergebnisse durchaus Überraschungen."

So zeigt die Studie unter anderem, dass die EU-Bürger für kein Elektrokleingerät mehr ausgeben als für Staubsauger. In Deutschland waren es 2015 insgesamt 932 Millionen Euro. Auch die Briten griffen für ihre sauberen Böden tief in die Tasche. 666 Millionen Euro war den Inselbewohnern die elektrische Bodenpflege wert.

Wer bei Kaffee- und Teemaschinen als erstes an einen Latte Macchiato in Bella Italia oder die britische Tea Time denkt, dürfte sich über die Ergebnisse der vorliegenden Studie wundern. Denn Fakt ist, dass in den Ländern Österreich und Deutschland am meisten in den Kaffee- oder Teegenuss investiert wird. Im Vergleich liegen die Österreicher ganz vorne: Bei ihnen entfallen 27 Prozent des gesamten Marktvolumens der Elektrokleingeräte auf Kaffee- und Teeautomaten. In Deutschland sind es gute 20 Prozent.

Außerdem zeigt der Report, dass das Thema Schenken absolut im Trend liegt. Zuletzt wurden EU-weit rund 8 Milliarden Euro mit Geschenkartikeln umgesetzt.

Die Branche rund um Glas, Porzellan, Keramik (GPK) und Hausrat erlebt derzeit eine Renaissance. 2015 wuchsen diese EU-Märkte um ganze fünf Prozent.

Ebenso positiv verhält es sich mit dem Segment der Lederaccessoires: Sechs Milliarden Euro Umsatz wird in der EU alleine mit Damenhandtaschen gemacht. Dabei geben die Nordeuropäer mit 54,95 Euro pro Kopf deutlich mehr für die praktischen Accessoires aus als alle anderen Regionen Europas.

Für Gartenausstattung greifen die Südeuropäer mit 72,99 Euro pro Kopf im EU-Vergleich am tiefsten in die Tasche. Bei der Gartendekoration sind allerdings die Deutschen unangefochtene Europameister. 40 Prozent der Ausgaben in diesem Markt entfallen in Deutschland auf Dekoartikel für Balkon, Terrasse und Garten. In Frankreich sind es im Vergleich dazu nur 16 Prozent, in Spanien sogar weniger als 10 Prozent. Der Rest wird für Outdoor-Möbel ausgegeben.

Zur Studie

Der Management Report untersucht und vergleicht die europäischen Konsumausgaben von 27 Ländern der Europäischen Union zwischen 2010 und 2015. Im Fokus stehen insbesondere die umsatzstärksten Marktwirtschaften Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich, Polen und Spanien.

Die komplette Studie finden Sie beigefügt als PDF zum Download.

Wolfgang Schalko, 8.2.2017