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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Freitag, 24. November 2017
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Wir fanden den Toaster aus den 1960-iger Jahren durch Zufall. Er hat zwei „Metallklammern“ zum Festklemmen der zu toastenden Scheiben. Diese sehen ein bisschen aus wie die allerersten Steigeisen von Reinhold Messner. Das Gerät wirkt wie ein Fundstück aus dem Bergisel-Museum … (Foto: S. Bruckbauer)


…. bzw. erinnert irgendwie an eine eckige Variante des bekannten, amerikanischen, rundum silbernen Wohnwagenmodells „Airstream“. (Foto: ModellAutoDiscount)

elektro.at am Sonntag – KW 31:

Hier die gesammelten Ein-, An- und Aussichten des E&W-Newsletters am ersten Augustsonntag.



Rückschau mit Jetzt-Bezug
Ein Sommer wie damals…

Wolfgang Schalko, 6.8.2017
Über Kommunikation und ihre Fußangeln
Reden wir drüber

Andreas Rockenbauer, 6.8.2017
Meinung
Das „Linke-Lade-Problem“

Wolfgang Grasl, S. Bruckbauer, 6.8.2017
Begegnung
Relikt aus längst vergangenen Tagen

Stefanie Bruckbauer, 6.8.2017
Gedanken zum Tag: Von der eigenen Filterblase
Too long, didn’t read

Dominik Schebach, 6.8.2017
Postings auf elektro.at
Das meinen unsere Leser

Wolfgang Schalko, 6.8.2017


Stefanie Bruckbauer, 6.8.2017

Begegnung

Relikt aus längst vergangenen Tagen

Blick auf die sonnige Postalm, ein Häferl mit frischem Kaffee in der Hand, vor mir ein Kurierartikel über eine Kunstausstellung mit fragwürdigen Bildern von Maria Lassnig und plötzlich der Duft von frisch getoasteten Semmeln …

Was vor ein paar Jahren noch wie Science-Fiction klang, ist heute ganz normal und allgegenwärtig. Jeder kann mit jedem an jedem Ort der Erde kommunizieren und zwar drahtlos. Wir sprechen und interagieren mit Maschinen, alles und jeder ist vernetzt. Man besitzt sein eigenes Smartphone, sein Tablet, seinen Computer und seinen Smart-TV. Die wenigsten warten bis diese Geräte kaputt werden, sondern tauschen sie aus, wenn sie nicht mehr gefallen bzw. der auf dem neuesten Stand der Technik befindliche Nachfolger auf den Markt kommt oder der Nachbar wieder mal ein besseres Gerät angeschafft hat. Es ist leider so: Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Als Konsequenz leben wir in Zeiten kurzlebiger, oft auch unausgereifter Geräte und müssen Debatten über geplante Obsoleszenz ertragen … Und mitten drin gibt es sie noch: Geräte aus der Urzeit. Genauer gesagt spreche ich von einem Toaster aus den 60-iger Jahren des 20. Jahrhunderts und das Besondere daran ist: er funktioniert noch immer.

Wir entdeckten ihn durch Zufall, eigentlich nur aus einer Not heraus. Eingemietet in einem Ferienappartement waren wir auf der Suche nach einem Toaster und dabei stießen wir auf dieses Nachkriegsrelikt, das mich wahrlich faszinierte und ich wollte Sie, lieber Leser, einfach daran teilhaben lassen.

Fundstück aus dem Bergisel-Museum

Das Gerät sieht aus wie ein Fundstück aus dem Bergisel-Museum bzw. erinnert irgendwie an eine eckige Variante des bekannten, amerikanischen, rundum silbernen Wohnwagenmodells „Airstream“. Es ist mit seinem spiegelnden Vollmetallgehäuse unglaublich massiv gebaut, hat neun (!) Bräunungsstufen und zwei „Metallklammern“ zum Festklemmen der zu toastenden Scheiben. Letztere sehen ein bisschen wie die allerersten Steigeisen von Reinhold Messner aus (bzw. muten an wie Käfige für kleine Lego-Löwen).

Dieser Toaster von der Firma Burg stammt aus einer Zeit, in der Geräte offensichtlich noch eine richtig lange Lebensdauer hatten - geplante Obsoleszenz hin oder her. Er stammt wir erwähnt aus den 1960-iger Jahren und man könnte erwarten, dass nicht viel an Technik dahintersteckt - aber weit gefehlt. Der Toaster kann zwar keine Spompernadeln, wie manche heutige Geräte – so zB. der „Selfie-Toaster", mit dem man das eigene Gesicht auf eine Scheibe Weißbrot toasten kann - aber er kann toasten, er kann grillen und das (wie erwähnt) sogar in 9 Stufen! Dabei verfügt er sowohl über einen automatischen Einzug, als auch über einen Auswurf der Metallklammern und er hat auch schon ein Brösellade. Beeindruckend! Und das fanden nicht nur wir so, denn wie wir herausgefunden haben, hat das Gerät im Jahr 1967 den Staatspreis für „Gute Form“ bzw. „Industrial Design“ gewonnen. Verdient, wie ich finde!

 

Stefanie Bruckbauer, 6.8.2017