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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Freitag, 24. November 2017
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Die derzeitige Diskussion über Preiserhöhungen kann T-Mobile-CEO Andreas Bierwirth nicht nachvollziehen: „Der Verlust der variablen Entgelte wie bei SMS oder Roaming wird durch höhere Grundgebühren nicht annähernd kompensiert.“

Finanzergebnisse der österreichischen Netzbetreiber 2013:


Preisdruck bleibt hoch
T-Mobile: Wettbewerb und LTE-Auktion schlagen aufs Ergebnis

Dominik Schebach, 6.3.2014
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Schlüsseljahr 2013
Drei: Kundenzahl verdoppelt

Dominik Schebach, 28.2.2014
1 Kommentar
Trotz Regulierung und Wettbewerbs
Telekom Austria Group: Gewinn steigt auf 109,7 Mio Euro

27.2.2014


Dominik Schebach, 6.3.2014

Preisdruck bleibt hoch

T-Mobile: Wettbewerb und LTE-Auktion schlagen aufs Ergebnis

Das Jahresergebnis 2013 von T-Mobile spiegelt die harten Bedingungen des Marktes wider. Der Betreiber musste Rückgänge beim Umsatz und EBITDA hinnehmen. Aufgrund von Sondereffekten weist T-Mobile allerdings einen Jahresverlust von 355 Mio Euro aus.

Im Finanzjahr 2013 betrug der Jahresumsatz 828 Mio Euro, ein Minus von 5,7%. Das EBITDA verringerte sich im selben Zeitraum von 234 Mio Euro auf 192 Mio Euro (-18%). Ein Lichtblick stellt die Kundenzahlen dar: Trotz hartem Wettbewerbs konnten diese mit 4,1 Millionen SIM-Karten stabil gehalten werden, wobei der Anteil der höherwertigen Vertragskunden gesteigert werden konnte. Zum Umsatzrückgang trugen nach Ansicht von CEO Andreas Bierwirth vor allem Regulierungseffekte, sowohl der nationalen Behörde, als auch der EU (wie zB die kontinuierliche Absenkung der Roaminggebühren) bei. Auch wird der Betreiber vom Verfall der SMS-Umsätze durch IP-Messaging-Anwendungen wie WhattsApp betroffen.

T-Mobile reagiert auf diese Verschiebung im Markt nach Darstellung von Bierwirth mit der weiteren der weiteren Stärkung des 3G-Netzes für das Datengeschäft. In diesem Zusammenhang sei auch die erfolgreiche Neueinführung von HOME NET zu sehen, womit sich T-Mobile 2013 ein neues Marktsegment erschlossen hat. Ebenso hätte die begonnene Umstellung auf datenzentrierte Preise (Smart Net, Tab Net, Home Net, Stick Net) den Betreiber für die Zukunft gerüstet. Zusatzservices wie Kinder- und Internetschutz, oder die cloudbasierte Nebenstellenanlage für Unternehmen hätten gleichzeitig geholfen, die Marktanteile zu behaupten.

Verlust

Alles in allem konnte T-Mobile trotz des harten Umfelds einen operativen Gewinn von 32 Mio Euro verzeichnen. Der ausgewiesene Jahresverlust von 355 Mio Euro kam durch „einmalige Sondereffekte“ zustande. Zum einen macht T-Mobile hier die „exorbitant hohen“ LTE-Lizenzkosten geltend, andererseits hätte der Betreiber historische Firmenwerte abgeschrieben sowie die geringeren Erwartungen aufgrund von hohen Netzkosten und aktueller Markttrends berücksichtigt. Dieser Bilanzverlust wirke sich jedoch in keiner Weise auf den Cash Flow des Unternehmens, die Investitionsfähigkeit oder operative Tätigkeit von T-Mobile Austria aus, wie das Unternehmen betont.

„Unser Jahresergebnis zeigt, dass unsere Kunden bei de facto weiter sinkenden Gebühren wesentlich höhere Leistungen bezogen haben. Das Datenvolumen in unseren Netzen ist 2013 um 100 Prozent gestiegen, seit dem Jahr 2009 um insgesamt 960 Prozent“, sagte Andreas Bierwirth, CEO T-Mobile Austria. Das zeige, dass sich die derzeitige Diskussion um Preiserhöhungen am Mobilfunkmarkt in keiner Weise in den realen Zahlen wiederfindet. „Der Verlust der variablen Entgelte wie bei SMS oder Roaming wird durch höhere Grundgebühren nicht annähernd kompensiert.

Anpassung

„Darum haben wir bereits im Vorjahr eine Anpassung unserer Tarife an das geänderte Nutzungsverhalten vorgenommen. Dabei stehen Datenpreise im Mittelpunkt des jeweiligen Tarifs. Diese Anpassung werden wir im heurigen Jahr fortführen, um nachhaltig tätig bleiben zu können“, erklärte Bierwirth

Allerdings werde es wenigsten zwei Jahre dauern, bis eine Änderung der Tarife auch in der bestehenden Kundenbasis ankommt, erklärte Bierwirth. „2014 werden wir konsequent unseren Fokus auf die Entwicklung des werthaltigen Vertragskundengeschäfts fortsetzen“, sagte Bierwirth. „Wir erwarten eine Abschwächung des negativen Umsatztrends, unter anderem durch eine Ausweitung unseres Wholesale-Geschäfts. Wie bisher gilt größtes Augenmerkt auf unsere Effizienz, um unsere Margen zu stabilisieren.“

Dominik Schebach, 6.3.2014
        





rage4 | 7. 3. 2014, 08:58 Uhr