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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Donnerstag, 30. Juni 2016
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Bernhard Jungwirth, Projektleiter von Saferinternet.at, und Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA, stellten heute die jüngste Studie zum "Ruf im Netz" vor.

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Dominik Schebach, 6.2.2014

Für Lehrherrn und Lehrlinge

Saferinternet.at: Der Ruf im Netz

Zu knapp der Hälfte der eingegangenen Bewerbungen recherchieren die österreichischen Personalverantwortlichen im Netz – Tendenz steigend. Das ist die Kernaussage der Studie, „Mein Ruf im Netz“, die ISPA und die Initiative Saferinternet.at heute anlässlich des bevorstehenden Safer Internet Days am 11. Februar präsentiert haben. Bei fast einem Drittel der Recherchen hat das Ergebnis Auswirkungen auf die Personalauswahl. Das Ergebnis ist allerdings häufiger positiv als negativ.

Die Studie, für die 299 Personalchefs befragt wurden, ist für Berufseinsteiger, Lehrlinge, Eltern, Lehrherren und Ausbildner von Bedeutung. „Besonders Jugendliche bedenken oft nicht, welche Konsequenzen ihr Verhalten im Netz auf ihre berufliche Zukunft haben kann“, erklärte Bernhard Jungwirth, Projektleiter von Saferinternet.at. „Mittlerweile ist es wichtig, das Internet als persönlichen Jobmotor zu nutzen. Achtet man allerdings nicht auf die eigene Online-Präsenz, kann das Internet auch ganz schnell zum Jobkiller mutieren.“

Was wird gesucht?

Personalchefs nutzen das Internet auf vielfältige Weise. Recherchiert wird in allgemeinen Suchmaschinen, sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+, Business Netzwerken wie Xing und LinkedIn, auf der Webseite des aktuellen Arbeitgebers, Personensuchmaschinen sowie Foto- und Videoplattformen. Dabei geht es den Verantwortlichen vor allem um einen allgemeinen persönlichen Eindruck vom Bewerber (61%), die Befriedigung ihrer allgemeinen Neugierde (48%), das Verhalten der Bewerber im Internet (38%), die Überprüfung der Angaben im Bewerbungsgespräch (27%) und die allgemeine Internet-Kompetenz des Bewerbers.

In 38% der Fälle beeinflussen die Ergebnisse der Recherche die Personalchefs eher positiv, in 12% der Fälle eher negativ. Dabei schauen die Verantwortlichen nicht in erster Linie auf das berüchtigte Partyfoto, sondern lassen sich viel mehr vom allgemeinen Online-Verhalten des Bewerbers (diskriminierende Kommentare, radikalen politischen Ansichten) aber auch Grammatik- und Rechtschreibfehlern in Postings leiten. Als Faustregel könne man dabei davon ausgehen, dass umso genauer recherchiert werde, je die höher zu besetzende Position einzustufen sei. Dabei sind vor allem IT- und Kommunikationsbranchen führend, während zB im Handel bisher kaum recherchiert wird.

Problemfall Social Media

Ein wichtiger Punkt der Studie war aber auch, inwieweit das Auftreten von Mitarbeitern im Netz zu einem Problem in einem Betrieb werden kann. Immerhin in 6% der untersuchten Unternehmen war dies bereits einmal ein Kündigungsgrund. In einem weiteren Fünftel der Betriebe gab es zumindest ein Problem. Hier hat Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA, eine klare Botschaft: „Jeder Betrieb sollte in dieser Hinsicht klare Social Media-Richtlinien haben. Die meisten Dinge wie Facebook-Nutzung und was Mitarbeiter über den Betrieb sagen können, lassen sich regeln. Es ist im Interesse beider Seiten, das klar auszusprechen.“

Fünf Tipps von Saferinternet.at für den eigenen Ruf im Netz finden Sie hier.

Dominik Schebach, 6.2.2014