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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Dienstag, 11. Dezember 2018
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Auf völliges Unverständnis stößt die Position der Gewerkschaft bei PEter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel und Chefverhandler der Arbeitgeberseite. Von den angekündigten Kampfmaßnahmen wolle man sich jedenfalls nicht irritieren lassen.

Dominik Schebach, 6.12.2018

Vierte Runde endet ohne Ergebnis

KV-Verhandlungen: Kein Weihnachtsfriede

Auch die vierte Runde der KV-Verhandlungen im Handel hat kein Ergebnis gebracht. Die Gewerkschaft besteht weiterhin auf einer Gehaltssteigerung von mehr als 3%. Ein Standpunkt, der auf Arbeitnehmerseite auf totales Unverständnis stößt. Die Gewerkschaft will jetzt ab 8. Dezember mit öffentliche und betrieblichen Aktionen beginnen.

"Das Letztangebot der Arbeitgeber in der Höhe von 2,35% Gehaltssteigerung zeugt von einer Geringschätzung der Leistungen der Angestellten. In praktisch allen Branchen, die in den letzten Wochen KV-Abschlüsse erzielten, lagen diese über der 3%-Marke. Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, warum ausgerechnet die Angestellten im Handel bei der heurigen Gehaltsrunde keinen angemessenen Anteil an der Wirtschaftsleistung der Branche bekommen sollen“, so die Verhandlerin der GPA-djp Anita Palkovich

Palkovich sieht zwar durchaus Verbesserungen im Rahmenrecht und bei der Lehrlingsentschädigung, damit wolle sich die Gewerkschaft allerdings nicht zufriedengeben. Die Verhandlerin der Gewerkschaften kündigte deswegen erste Kampfmaßnahmen ab dem 8. Dezember an.

Völliges Unverständnis

Ob dieser Haltung herrscht auf Arbeitnehmerseite im Handel völliges Unverständnis. „Die GPA-djp hat unser Top-Angebotspaket für mehr als 400.000 Handelsangestellte und 15.000 Lehrlinge ausgeschlagen. Dabei kann sich auch unser monetäres Angebot zur Erhöhung der Gehälter um 2,35 bis 2,65% mehr als sehen lassen. Das sind immerhin bis zu 30 Prozentpunkte über der Inflationsrate", erklärt dazu Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Chefverhandler der Arbeitgeberseite im Handel, fest. 

Zudem biete der österreichische Handel seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Freizeit: Am 24. Dezember sollen die Geschäfte eine Stunde früher schließen, also um 13:00 statt um 14:00. Nebem dem Gehaltsplus umfasst das Angebot der Arbeitgeber im österreichischen Handel eine deutliche Erhöhung der Lehrlingsgehälter um bis zu 10%, die Möglichkeit einer 4-Tage-Woche, die Förderung von Aus- und Weiterbildung – etwa durch einen leichteren Zugang zur Bildungskarenz – sowie eine Forcierung altersgerechter Arbeitszeitmodelle wie Altersteilzeit, wie die Bundessparte Handel in ihrer Stellungnahme festhält.  

„Dass die Gewerkschaft dieses umfangreiche Gesamtpaket ablehnt, zeigt, dass sie nicht im Sinne der Handelsangestellten handelt. Wir werden unseren konstruktiven Kurs, der sowohl die Handelsunternehmen als auch deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Fokus hat, konsequent weiter verfolgen", so Buchmüller. Obwohl die Gewerkschaft GPA-djp das Angebot der Arbeitgeber abgelehnt hat, steht der Handel für eine Erhöhung der Gehälter mit 1. Jänner 2019: "Sollte es bis Ende des Jahres zu keiner Einigung kommen, werden wir den Handelsunternehmen die Empfehlung aussprechen, die Gehälter zu erhöhen. Alle Mitarbeiter sollen eine Gehaltserhöhung mindestens in dem genannten Ausmaß inklusive der neuen rahmenrechtlichen Verbesserungen erhalten."

Ein nächster Verhandlungstermin sei derzeit noch nicht in Sicht. Man wolle aber auf jeden Fall noch einen Verhandlungstermin vor Weihnachten finden. Von den angekündigten Protestmaßnahmen lasse man sich derweil nicht irritieren, wie der Handels-Chef bekräftigte.

Dominik Schebach, 6.12.2018