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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Dienstag, 12. Dezember 2017
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Eine Studie von EHI und Statista in Kooperation mit dem Handelsverband erfasst E-Commerce-Markt in Österreich und der Schweiz.


Handelsverband GF Rainer Will: „Mobile ist längst ein Must-have, um die begehrte Zielgruppe der Digital Natives noch zu erreichen. Mehr als 90 Prozent der österreichischen Anbieter haben dies erkannt und ihren Onlineshop für mobile Endgeräte angepasst.“ (Bilder: Handelsverband, Wilke)


Stefanie Bruckbauer, 30.11.2017

„Nur die Kleinen haben es schwer“

Handelsverband: Online boomt in Österreich

Eine Studie von EHI und Statista in Kooperation mit dem österreichischen Handelsverband erfasst den E-Commerce-Markt in Österreich und der Schweiz und die Ergebnisse zeigen: „Online boomt in Österreich – nur die Kleinen haben es schwer“.

Der Onlinehandel in Österreich wächst dynamisch weiter. So ist der Umsatz der Top-250-Onlineshops in Österreich 2016 um 8,6% gewachsen, in der Schweiz liegt die Umsatzsteigerung bei knapp 9%. „Das Wachstum findet sich allerdings vor allem bei den jeweils 150 umsatzstärksten Onlineshops – danach sind die Wachstumsraten geringer oder sogar negativ", erklärt Christoph Langenberg, Projektleiter Forschungsbereich E-Commerce im EHI. Für Bewegung im E-Commerce-Markt der Alpenländer würden zudem zahlreiche Neueinsteiger in den jeweiligen Rankings der 250 umsatzstärksten Onlineshops sorgen. „Ein Rückgang zeigt sich hingegen bei den Mehrkanal-Aktivitäten, denn die Anzahl der Multi- und Omnichannel-Händler ist zuletzt leicht gesunken.“

Neueinsteiger sorgen für Bewegung

Die Marktkonzentration, die in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist, hat in Österreich nicht weiter zugenommen, bleibt aber auf hohem Niveau, wie die Studienergebnisse zeigen. Demnach erwirtschafteten die zehn umsatzstärksten österreichischen Onlinehops mit zusammen 1,2 Mrd. Euro knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes der Top 250 (2,5 Mrd. Euro).
Dennoch zeige sich reichlich Bewegung im Onlinemarkt der Alpenländer: „In Österreich schafften es 58 neue Onlineshops ins Ranking. Davon konnten acht Shops sogar in die Top 100 vordringen. Während vorwiegend die Newcomer und die Shops auf den Plätzen 1 bis 150 vom Online-Boom profitieren, bleiben viele kleinere Shops auf der Strecke. Die Onlineshops der Plätze 151 bis 250 in Österreich mussten im Schnitt sogar Umsatzrückgänge hinnehmen“, fasst der Handelsverband zusammen.

Die Anzahl der Multichannel-Händler im Ranking beider Länder ist ein wenig rückläufig, wie die Analyse der Mehrkanal-Aktivitäten der Top-250-Onlineshops zeigt. In Österreich setzen noch 99 Onlineshops auf das Multichannel-Model, dh. sie verfügen zusätzlich zum Onlineshop über stationäre Filialen oder einen Print-Katalog. Das sind zehn Shops weniger als im Vorjahr. Und auch die Verbreitung von Cross- und Omnichannel-Commerce ist in Österreich leicht gesunken. Bei 60 Shops lässt sich eine Verknüpfung der Kanäle erkennen, im Vorjahr waren es noch 65 Shops. „Somit sind in Österreich die Online-Pureplayer, die mit 91 Shops im Ranking vertreten sind, mit den Multichannel-Händlern mittlerweile fast gleichauf“, so der Handelsverband.

Mobile als Pflichtprogramm

Im vergangenen Jahr hat sich bereits abgezeichnet, dass Mobile im Onlinehandel der Alpenländer endgültig zum Pflichtprogramm geworden ist. Unter den Shops im österreichischen Ranking bieten nur noch sieben Singlechannel-Händler keine mobile Variante ihres Shops an, im Vorjahr waren es noch 13. „Mobile ist längst ein Must-have, um die begehrte Zielgruppe der Digital Natives noch zu erreichen. Mehr als 90% der österreichischen Anbieter haben dies erkannt und ihren Onlineshop für mobile Endgeräte angepasst", bestätigt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes

Stefanie Bruckbauer, 30.11.2017