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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Freitag, 24. November 2017
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Die Zahlen der Creditreform Firmeninsolvenzstatistik für das 1. bis 3. Quartal 2017 zeigen einen weiteren Rückgang der Firmeninsolvenzverfahren, konkret um 6% auf 3.924 Fälle.


Der Branchenvergleich zeigt eine gute Entwicklung in der Industrie und im Handel (Bild + Grafik: Creditreform)

Stefanie Bruckbauer, 30.10.2017

Zahl sinkt auf Vorkrisenniveau

Creditreform Firmeninsolvenzstatistik Q1 bis Q3 Quartal 2017

Wie die Ergebnisse der Creditreform Firmeninsolvenzstatistik vom 1. bis zum 3. Quartal 2017 zeigen, gibt es einen weiteren Rückgang der Firmeninsolvenzen in Österreich. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist um 6,2% auf 3.924 Fälle gesunken. „Das entspricht dem niedrigsten Stand seit 10 Jahren“, sagt Creditreform. Der Handel ist erfreulicherweise eine jener Branchen, in der der Rückgang der Insolvenzen sehr stark war.

Die Zahlen aus der Creditreform Firmeninsolvenzstatistik zeigen zudem: Die Zahl der eröffneten Verfahren ist um 7,1% auf 2.327 gesunken. In 1.597 Fällen wurden die Insolvenzanträge mangels kostendeckenden Vermögens abgewiesen – das entspricht einem Rückgang von -4,8%. Die Höhe der Insolvenzverbindlichkeiten beläuft sich auf rund 1 Mrd. Euro (-50%). Rund 12.000 Arbeitsplätze waren betroffen. Die Insolvenzursachen liegen laut Creditreform hauptsächlich in kaufmännischen Fehlern der Geschäftsführung, im verstärkten Konkurrenzkampf, der sich in sinkenden Preisen und Margen niederschlägt. 

Bundesländervergleich

Im Bundesländervergleich zeigt sich: Den stärksten Rückgang verzeichneten die Bundesländer Vorarlberg mit -21,0%, Burgenland mit -17,3% und die Steiermark mit -15,7%. Gegen den Trend stiegen die Insolvenzen nur in Niederösterreich und zwar gleich um +11,8%. Creditreform fasst zusammen: „Die höchste Insolvenzbetroffenheit herrschte in der Bundeshauptstadt mit 16 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen, die geringste in Vorarlberg mit sechs von 1.000 Unternehmen. Österreichweit mussten rund 11 von 1.000 Unternehmen den Gang zum Insolvenzgericht antreten.“ 

Branchenvergleich

Der Branchenvergleich zeigt eine gute Entwicklung in der Industrie und im Handel. Besonders erfreulich ist der starke Rückgang konkret in den für die Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung wichtigen Branchen „Sachgütererzeugung“ (-13,3%), „Handel“ (-11,4%) und „Bauwesen“ (-7,5%). Dem gegenüber berichten nur zwei Branchen von steigenden Insolvenzen: Das „Kredit- und Versicherungswesen“ (+18,1%) und das „Beherbergungs- und Gaststättenwesen“ (+3,8%). 

Conclusio und Ausblick

Der Verband erklärt: „Als Creditreform im Frühjahr an die 4.000 österreichischen Klein- und Mittelbetriebe nach ihrer aktuellen Wirtschaftslage und nach ihren zukünftigen Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragte, zeichnete sich schon ein positives Bild ab. Umsatz- und Ertragserwartungen zeigten einen seit 2007 nicht mehr gesehenen Optimismus. Die aktuell vorliegenden Konjunkturdaten der Wirtschaftsforschungsinstitute belegen den allgemeinen Aufschwung. Die Unternehmen produzieren und verkaufen mehr, das Zinsniveau bleibt dank EZB niedrig. Somit gehen auch die Insolvenzen weiter zurück. Als große Unbekannte bleiben die Auswirkungen des BREXIT, die Wirtschaftspolitik der neuen Regierung (in Deutschland) und sonstige Unwägbarkeiten wie die Gefahr einer kriegerischen Auseinandersetzung in Korea.“ Für das Gesamtjahr 2017 rechnet Creditreform mit einem weniger starken Rückgang auf rund 5.200 Verfahren.

Stefanie Bruckbauer, 30.10.2017