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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Freitag, 22. Februar 2019
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Britta Buchholz eröffnete den „Tag der Technik” mit ihrer Key-Note-Speech.


ABB-Runde: Britta Buchholz, Leiterin des Bereichs Smart Grids, Robert Stadler, Schutz- und Schaltanlagentechnik, und ABB Vorstandsvorsitzender Franz Chalupecky (Fotos: Karl Pichler).


Karl Pichler, 29.9.2014

Premiere in Wien

ABB: Großer Tag der Technik

Ganz im Zeichen zukunftsweisender technischer Entwicklungen in den Bereichen Energietechnik und Automatisierung stand der heuer erstmals stattgefundene ABB-„Tag der Technik” am 18. September. Die Veranstaltung war mit 85 hochkarätigen Besuchern aus der heimischen Energie- und Automatisierungsszene in der Technischen Universität Wien gut besucht.

Britta Buchholz, konzernweit verantwortliche Leiterin des Bereichs Power Systems Consulting, eröffnete als Key-Note-Speaker mit modernen Consulting-Ansätzen für elektrische Netze der Zukunft. Smart Grids sind intelligente Energieversorgungsnetze, die alle Akteure des Energiesystems über ein Kommunikationsnetzwerk miteinander verbinden. Um eine nachhaltige, wirtschaftliche und sichere Elektrizitätsversorgung zu gewährleisten, ist eine durchgängige Kommunikationsfähigkeit vom Kraftwerk bis hin zu den Verbrauchern notwendig. Smart Grids erfordern für stärkere und intelligentere Versorgungsnetze mehr und mehr integrierte Lösungen im Zusammenhang mit den erneuerbaren Energien als Wachstumstreiber der Energie- und Automatisierungstechnik. Der wachsende Einsatz von Gleichstromanwendungen und Leistungselektronik werden im weltweiten Einsatz ebenso notwendig sein wie neue Konzepte für den Systembetrieb und -steuerung sowie Markt- und Regulierungsdesign.
Unter den zehn Schlüsselthemen der Energieversorgung der Zukunft steht zudem die Bewertung der technischen Leistungsfähigkeit von Leitungssystemen an vorderster Stelle, ebenso wie neue Konzepte für Planung und wachsende Anforderungen des Umweltschutzes. Weiters sollen neue Technologien zur Steuerung von Wirk- und Blindleistungsfluss helfen, die notwendige Kapazität und den Nutzen der Freileitungen, Erdkabel und Unterwasser-Infrastruktur steigern zu können. Die Zukunft bestehe in Gleichstromnetzen als „Overlay-Netze", Stromautobahnen mit „Ausfahrten" und Vermaschung von Gleich- und Wechselstrom.
Viele ABB-Technologien tragen bereits heute dazu bei, mit innovativen Lösungen Schritt für Schritt modernisieren zu können – wie erneuerbare Energien wie Wind-und Solarenergie effizient in das Stromnetz einzubinden oder die Verluste im Stromnetz zu senken. Bei fossil gefeuerten Kraftwerken können beim Anfahren bis zu 20% Brennstoff eingespart und der Wirkungsgrad um bis zu 0,5% gesteigert werden. In der Industrie gelingt es bereits, durch moderne Antriebstechnik den Energieverbrauch um bis zu 70% zu reduzieren. In Gebäuden lässt sich der Energieeinsatz um bis zu 58% für Licht und 20% für Heizung und Belüftung senken.

Aus der Praxis
Grid4EU, ein Pilotprojekt zur autonomen Verteilnetzautomatisierung bildete den Präsentations-Einstieg in eine Reihe von Smart Grid-Projekten, die ABB bereits in Deutschland mit Partnern realisiert hat, um die Herausforderungen in den Verteilnetzen zu bewältigen. Zielnetzstudien und schrittweise Modernisierung mit Messtechnik und Regelung lohnten sich hier.
Mit vorausschauender Netzplanung und Klassifizierung sowie der Installation regelbarer Ortsnetze lassen sich auch in regionalen, lokalen Verteilernetzen wirtschaftliche Optimierung und flexible Reaktion auf aktuelle Entwicklungen und Technologien erzielen. Um auch Stakeholder in die Entwicklung der Stromnetze der Zukunft mit einbeziehen zu können, hat ABB „Smart Planning" bereits zur Hannover Messe mit Hilfe von 3D-Systemen eine virtuelle Welt zum einfachen Verständnis der komplexen Zusammenhänge für Nichttechniker vorgestellt. Auch zum Tag der Technik in Wien konnte man sich davon live überzeugen.

Passend zum Einführungsvortrag stellten in Folge Produkt- und Vertriebsverantwortliche von ABB vormittags noch Produktneuheiten vor:

  • Energietechnikprodukte: „Schutz-und Schaltanlagentechnik"
  • Prozessautomatisierung: „Energiemanagement-Lösungen"
  • Robotics: „Nachhaltig, innovativ und produktiv"
  • Niederspannungsprodukte: „Busch-free@home Haussteuerung"

Über diese Innovationen hat E&W z.T. bereits berichtet (Busch-free@home, Haustechnik-Steuerung per App) bzw wird darauf demnächst noch gesondert eingehen.

Ganz im Management- und Entspannungszeichen dann der Nachmittag an der Technischen Universität mit ABB. Urs Meier, ehemaliger FIFA Schiedsrichter sprach (aus eigener Erfahrung) noch über „Führungsverhalten und Entscheidungen unter Druck". Ein Zielschießen gegen die Fußball-Legenden Andreas Herzog, Peter Schöttel und Felix Gasselich rundete den Tag ab.

Karl Pichler, 29.9.2014