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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Samstag, 18. August 2018
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Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen befindet sich kika/Leiner nun wieder in ruhigem Fahrwasser wie Geschäftsführer Gunnar George heute bei einer Pressekonferenz betonte. (Foto: Dominik Schebach)

Dominik Schebach, 29.1.2018, Story-Link:1801016

Neues Geld für notwendige Investitionen

Kika/Leiner: Finanzspritze soll Zukunft sichern

Vergangenen Donnerstag hatte kika/Leiner bereits Entwarnung bezüglich seiner Finanzsituation gegeben. Heute ist CEO Gunnar George vor die Presse getreten, um die Situation des Möbelhändlers darzulegen. Die Kernaussage: Das Unternehmen ist nicht nur kurzfristig liquid, dank einer Finanzspritze des Mutterkonzerns Steinhoff stehen nun auch die notwendigen Mitteln für die notwendigen zukunftssichernden Investitionen in Logistik und EDV zur Verfügung.

Die Liquidität des Unternehmens für die nächsten zwölf bis 24 Monate ist gesichert. Wir können damit auch unsere Kunden beruhigen. Wer eine Küche oder ein Schlafzimmer bestellt, bekommt diese auch geliefert, und jeder Kunde kann auch weiterhin bedenkenlos seine Anzahlung vornehmen“, so CEO Gunnar George heute bei einer Pressekonferenz im Leiner Flagship Store an der Wiener Mariahilferstraße. Diese Immobilie hatte ja das Unternehmen zur kurzfristigen Überbrückung kurz nach Weihnachten verkauft.

Wobei das Geld der Kunden niemals in Gefahr gewesen sei, wie der kika/Leiner-CEO betonte, da Anzahlungen über ein Treuhandkonto gingen. George hofft allerdings, dass die Kunden mit dem nun vorhandenen Rückhalt nun ihrerseits die spürbare Kaufzurückhaltung der vergangenen Wochen – besonders bei großen Anschaffungen wie Küchen oder Zimmereinrichtungen – aufgeben werden. Schließlich hat die südafrikanische Mutter einen mehrstelligen Millionenbetrag – die genaue Summe wollte George nicht nennen – bereitgestellt. Damit sollen auch die notwendigen Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsmaßnahmen angegangen werden. „Ziel ist es, unser Unternehmen nachhaltig effizient zu gestalten und die Rentabilität sicherzustellen“, so George. „Dazu sehen wir in den kommenden Wochen das gesamte Unternehmen sowie jede einzelne Filiale an.“

Ziel ist eine Effizienzsteigerung über alle Bereiche um 5% zu erreichen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau der Logistik. Dieser Bereich hatte im vergangenen Jahr den Großteil der 150 Mio Euro Investitionssumme verschlungen und war schon damals nur mit Unterstützung der Konzernmutter zu stemmen. Allerdings kann George hier auch schon die ersten Früchte ernten: Die zwei regionalen Logistikcenter in Wien und Graz sind bereits in Betrieb. Das dritte in Linz Leonding soll in der ersten Jahreshälfte folgen. Ebenso wurde das Zentrallager in St. Pölten erweitert, das vor allem für die Expansion nach Osteuropa wichtig sei.

Nicht „State of the Art“ sei der derzeitige E-Commerce-Auftritt. Dies soll sich in den kommenden Jahren ändern, schließlich will der Konzern in drei bis fünf Jahren 5% seines Umsatzes online generieren. Eng damit verbunden ist die Erneuerung der EDV, die in den kommenden 18 Monaten bewältigt werden soll. Die für die Restrukturierungsmaßnahmen 2018 notwendigen 50 bis 60 Mio Euro seien jedenfalls in der Finanzierung enthalten.

Filialen und Lieferanten

Filialschließungen will George nicht ausschließen. Andererseits erwirtschaftet das Unternehmen derzeit eine schwarze Null und Schließungen seien immer die „schlechteste Lösung“. Fünf bis sechs Standorte seien allerdings problematisch. Geprüft wird auch die Billigmarke Lipo. „Die werden wir kritische hinterfragen. Der Aufbau einer neuen Marke kostet Kraft und wir müssen uns derzeit auf unser Kerngeschäft konzentrieren“, so George.

Einer der wichtigsten Punkt zur Effizienzsteigerung sei allerdings die Neugestaltung der Lieferantenbeziehung. kika/Leiner hat im vergangenen Jahr bereits die Anzahl der Lieferanten von 1700 auf 1100 reduziert. Eine weitere Verringerung auf 800 ist in diesem Jahr geplant.

Dominik Schebach, 29.1.2018, Story-Link:1801016