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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Mittwoch, 20. März 2019
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Eine aktuelle Studie der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und des Gottlieb Duttweiler Instituts zeigt: „Der Handel wird zunehmend aufgelöst.“

Stefanie Bruckbauer, 27.2.2019

Neue Studie von KPMG und GDI

„Das Ende des Konsums“

„Der Handel wird zunehmend aufgelöst“, so die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und das Gottlieb Duttweiler Institut zu den Ergebnissen ihrer aktuellen Studie. Verantwortlich für den Wandel seien neue Technologien und eine nachlassende Bedeutung von Besitz. „Uns erwartet das Ende des Konsums, wie wir ihn heute kennen.“

Die Studie mit dem Titel „Das Ende des Konsums - Wenn Daten den Handel überflüssig machen“ untersucht die Entwicklung des Handels in den kommenden drei Jahrzehnten. Klar ist, laut den Studienautoren: „Sich diese Zukunft lediglich als eine lineare Zunahme des Online-Handels vorzustellen, dem eine gewisse Anzahl konventioneller Läden zum Opfer fällt, greift viel zu kurz. Wir befinden uns am Anfang einer Transformationsphase, die zur ‚Entortung‘ des Konsums führt. ‘Banking is necessary. Banks are not.’, hatte Bill Gates der Finanzindustrie 1994 richtig prophezeit. Und so, wie der Kern der Finanzindustrie zu FinTech mutiert, wird das Handelsunternehmen der Zukunft in erster Linie ein Technologieunternehmen sein, das auch noch Handel betreibt.“

Zwei Faktoren seien ausschlaggebend. Zum einen habe eine Verschiebung vom Besitzen zum Nutzen bereits begonnen - Uber, Netflix und Spotify würden das belegen. Gerade die Musikindustrie mache vor, wie der Handel mit physischen Gütern (Tonträger) zu einer Dienstleistung (Streaming) werden kann.

„Als zweiter wichtiger Faktor beim Wandel wird der technologische Fortschritt die gesamte Wertschöpfungskette transformieren“, sagen KPMG und GDI. „Von Mixed Realities und dem Internet der Dinge über Künstliche Intelligenz bis zur Neurotechnologie konfigurieren neue Treiber den Konsum um. Von dem, was wir heute als Produkte, als Läden und als Handel kennen, wird dereinst nicht mehr viel übrig sein. Zwar werden Menschen weiterhin physische Grundbedürfnisse durch Waren befriedigen. Doch die Art, wie Begehrlichkeit für diese Waren geweckt, durch welche Lieferkette sie geschleust werden und wie sie zum Konsumenten gelangen, verändert sich grundlegend.“ 

Stefanie Bruckbauer, 27.2.2019