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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Dienstag, 11. Dezember 2018
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Am Ausverkaufstag des Jahres, dem Black Friday am 23. November 2018, demonstrierte
Initiator Roman Kmenta gemeinsam mit Trauergästen in einem symbolischen
Begräbnis „gegen den Kaufrausch der Verbraucher und den Verkaufsrausch der Wirtschaft“. In einem Trauerzug entlang der Wiener Mariahilfer Straße wurden Wirtschaftlichkeit, Qualität, Service und Wert zu Grabe getragen. (Foto: Roman Kmenta)



Kmenta erregte mit seinem Trauerzug unerwartete Aufmerksamkeit. Als sich der Trauerzug nämlich in Bewegung setzte, tauchte wie aus dem Nichts eine Gruppe junger Gegendemonstranten auf. Sie trugen Transparente mit der Aufschrift „Wir tragen die teuren Preise zu Grabe“ und dem Logo von der Plattform blackfridaysale.at. (Foto: blackfridaysale.at)

Stefanie Bruckbauer, 26.11.2018, Story-Link:1812012

Kmenta & Black Friday: Demo und Gegendemo

Walk gegen Kaufrausch und Verkaufsrausch

Wie E&W berichtete, demonstrierte Roman Kmenta am 23. November 2018 anlässlich des Black Friday gegen den Kaufrausch der Verbraucher und den Verkaufsrausch der Wirtschaft. In einem Trauerzug entlang der Wiener Mariahilfer Straße wurden gemeinsam mit Trauergästen Wirtschaftlichkeit, Qualität, Service und Wert „zu Grabe getragen“. Dabei geschah etwas Unerwartetes. E&W war vor Ort.

Ein schwarzer Tag für Wirtschaft und Gesellschaft. Für viele ein kurzfristiger Segen, für die meisten ein Tag mit langfristigen Folgen. Wie jedes Jahr, am Discount-Tag aller Discount-Tage, verfällt die Wirtschaft immer mehr dem Verkaufsrausch. Was sind die Folgen? Aktionstage wie der Black Friday schaden nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft“, sagt der als „Preisexperte“ bekannte Unternehmensberater Roman Kmenta.  

Letzten Freitag wurden dann in Form eines Trauerzuges, beginnend am Westbahnhof, entlang der Mariahilfer Straße und bis zum Museumsplatz, Wirtschaftlichkeit, Qualität, Service und Wert symbolisch – in einem Sarg – zu Grabe getragen. Mit anschließender „Grabrede“ am Museumsplatz von Roman Kmenta folgte die symbolische Bestattung. Mit seiner Initiative wollte der Initiator auf das wachsende Übel hinweisen und Unternehmen sowie Konsumenten aufmerksam machen. „Mein Plädoyer für die Wirtschaft, aber auch die Gesellschaft: Wertvoll statt billig, nachhaltige Erträge statt aufgeblasener Umsätze, Kauferlebnis statt Kaufrausch, gesunde Wirtschaft statt ungesunder Rabattitis und mehr Wert statt weniger Preis“, meint der Wirtschaftsexperte und führt weiter aus: „Ich danke allen Trauergästen, die den Mut hatten aufzustehen, sowie meinen Partnern und Unterstützern. Ich denke, dass bei immer mehr Unternehmen ein Umdenken im Gange ist, weil sie sehen, dass der Weg, alles immer billiger zu machen und den Preis als einzige Waffe im Wettbewerb einzusetzen, ins wirtschaftliche Aus führt.“ 

Mit dem Aufruf zum Walk for Value für Mehr-Wert in der Wirtschaft und gegen aggressive Ausverkaufsaktionen wie den Black Friday möchte Kmenta wie gesagt die Unternehmen wachrütteln, sodass diese für die Zukunft und den nachhaltigen Erhalt von Qualität und soliden Arbeitsplätzen vorsorgen aber auch in Richtung Wertsteigerung und Servicequalität umdenken. „Denn kompetente Beratung und hochwertige Produkte schlagen Billigpreise und lassen Wirtschaftlichkeit, Qualität, Service und Wert wieder auferstehen und bestehen“, so der Wirtschaftsexperte.

Kmenta bezeichnet diesen „Black Friday-Walk for Value“ als erfolgreich. Nun plant er mit dieser Aktion im nächsten Jahr auch in der Schweiz und in Deutschland, also somit im gesamten DACH-Raum, Wirtschaft und Gesellschaft wachrütteln. 

Ungewollte Aufmerksamkeit

Kmenta erregte mit seinem Trauerzug unerwartete Aufmerksamkeit. Als sich der Trauerzug nämlich in Bewegung setzte, tauchte wie aus dem Nichts eine Gruppe junger Gegendemonstranten auf. Sie trugen Transparente mit der Aufschrift „Wir tragen die teuren Preise zu Grabe“ und dem Logo von der Plattform blackfridaysale.at. Sie kesselten den Kmenta-Trauerzug regelrecht ein, in dem sie sich dahinter und davor positionierten, und behinderten den Trauermarsch auf ungute Weise. Irgendwann reichte es Kmenta und er zog die Polizei hinzu, woraufhin sich die Gegendemonstranten zurückzogen.

Angesprochen auf ihr Ziel und ihre Botschaft, erklärten die blackfridaysale-Jünger, dass sie nichts mit der Verkaufsplattform von Konrad Kreid zutun hätten. Sie würden lediglich an Kmentas Trauerzug teilnehmen, weil auch sie „keinen Kater nach dem Kaufrausch wollen und das nur möglich sei, wenn man so billig wie möglich kauft.“

Mit fremden Federn schmücken

Obwohl die Gegendemonstranten abstritten im Auftrag der Verkaufsplattform blackfridaysale.at gekommen zu sein, erreichte die E&W-Redaktion am Nachmittag des 23. November eine Presseaussendung von eben genau diesem Anbieter. Der Wortlaut: „Unter dem Motto ‚Wir tragen die teuren Preise zu Grabe’ machte blackfridaysale.at mit einer auffallenden Inszenierung auf den heutigen Black Friday aufmerksam. Der Sarg wurde gewählt, um zu verdeutlichen, dass die Lebenshaltungskosten aufgrund hoher Preise stark gestiegen sind. Im Rahmen des Black Friday Sale reduzieren stationäre und Online-Händler für kurze Zeit ihre Preise und möchten so ihren Umsatz vor dem Weihnachtsshopping ankurbeln.“ Kein Wort von Roman Kmenta und seiner Botschaft. Kein Hinweis darauf, dass es sich um Kmentas symbolischen Sarg handelte, in dem Wirtschaftlichkeit, Qualität, Service und Wert zu Grabe getragen" wurden. Es klingt viel mehr danach, als hätte blackfridaysale.at den Marsch initiiert und das obwohl die Demonstranten im Gespräch mit E&W vor Ort vehement abstritten etwas mit der Verkaufsplattform zu tun zu haben ...

Update

Kurz nach Veröffentlichung dieser Onlinemeldung erreichte uns ein Anruf von der Geschäftsleitung der Prime Communication PR Consulting KG, die ua. die Pressearbeit der Plattform blackfridaysale.at verantwortet. Mag. Albert Haschke legte darauf Wert folgendes zu ergänzen: „Wir folgten lediglich dem öffentlichen Aufruf von Herrn Roman Kmenta an seiner Veranstaltung am 23. November 2018 teilzunehmen. In seiner Einladung stand, dass Leute gesucht werden, die mitmachen. Wir empfanden die Idee als witzig. Uns schien diese Veranstaltung, bei der ein Sarg über die Mariahilfer Strasse getragen werden sollte, aber auch bewusst provokant und wir gingen davon aus, dass sie mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist. Also nahmen wir an Roman Kmentas Demonstration teil - nicht um zu stören, sondern um zu unterstützen. Unser Ziel war es, den Black Friday – der ja in Österreich noch nicht so stark bekannt ist – zu bewerben. Wir dachten, das war auch Herrn Kmentas Ziel.“ 

Wie bereits oben erwähnt, versendete Prime Consulting im Auftrag von blackfridaysale.at am 23. November einen Pressetext mit folgender Passage: „Unter dem Motto ‚Wir tragen die teuren Preise zu Grabe’ machte blackfridaysale.at mit einer auffallenden Inszenierung auf den heutigen Black Friday aufmerksam. Der Sarg wurde gewählt, um zu verdeutlichen, dass die Lebenshaltungskosten aufgrund hoher Preise stark gestiegen sind.“ Auf die Frage, warum blackfridaysale.at bzw. Prime Consulting ihren Pressetext so formulierten, als wären sie die Veranstalter des Marsches gewesen, meinte Haschke sinngemäß: „Das steht da so nicht. Nur weil Sie (Anm.: die Redaktion) das so verstehen wollen (...). Wir wollten mit unserer Presseaussendung lediglich erklären was am 23. November 2018 auf der Mariahilfer Strasse passiert ist.“ 

Abschließend betonte Haschke noch, dass in seinem Pressetext sehr wohl auf den Initiator des Trauermarsches Roman Kmenta hingewiesen wurde. Der Prime Communication Geschäftsleiter bezog sich dabei auf folgenden Satz in seiner Aussendung: „Andere Demonstranten versuchten warnend darauf hinzuweisen, dass es aufgrund der günstigen Preise zu wahren Konsumschlachten kommen würde.“ 

Mehr über den Trauermarsch anlässlich des Black Friday, inklusive Gespräche mit Teilnehmern lesen Sie in der kommenden E&W 12/ 2018.

Stefanie Bruckbauer, 26.11.2018, Story-Link:1812012
        





Roman Kmenta | 30. 11. 2018, 09:47 Uhr
kleinerhändler | 29. 11. 2018, 15:14 Uhr
Gast | 29. 11. 2018, 14:57 Uhr
Ihr Name | 28. 11. 2018, 13:37 Uhr
Hanna | 26. 11. 2018, 14:23 Uhr
Gast | 26. 11. 2018, 14:02 Uhr
Stefan | 26. 11. 2018, 13:54 Uhr
Klaus | 26. 11. 2018, 11:45 Uhr