EuW Logo
Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Sonntag, 22. Oktober 2017
okhilfe
spacer gif

WKÖ-Maschinenhandel und Elektrohandel sind sich einig: „Die Festplattenabgabe wäre ein Fass ohne Boden.“ (Foto: Katharina Bregulla/ www.pixelio.de)

Stefanie Bruckbauer, 24.2.2014

WKÖ-Maschinenhandel und Elektrohandel warnen

„Festplattenabgabe gefährdet massiv Arbeitsplätze“

Der WKÖ-Maschinenhandel, Conrad Electronic und 0815 warnen vor „den bedrohlichen Folgen“ einer Festplattenabgabe für den österreichischen Elektrohandel: „Es droht die Vernichtung von Arbeitsplätzen im vierstelligen Bereich“. Ulrich Fuchs, Obmann des Bundesgremiums Maschinenhandel der WKÖ: „Scheinbar hat sich bisher niemand in der Regierung die wirtschaftlichen Konsequenzen überlegt. Also präsentieren wir heute Zahlen, damit klar wird, welche weitreichenden Auswirkungen drohen.“

Die Einführung der Festplattenabgabe würde laut Bundesgremialobmann Fuchs zu einem geschätzten Umsatzrückgang von 15% (in absoluten Zahlen 135 Millionen Euro) - im österreichischen Elektrohandel führen. Dies hätte zur Folge, dass von den rund 19.000 im österreichischen Elektrohandel Beschäftigten 1000 bis 2000 Menschen ihren Job verlieren würden. Außerdem wäre der Wettbewerbsnachteil existenzbedrohend für viele Unternehmen. „Das sind erste Berechnungen“, so Ulrich Fuchs. Die Zahlen seien höher ausgefallen, als befürchtet. „Aus diesem Grund wird nun auch eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnis wir als weitere Entscheidungshilfe anbieten werden.“

Thomas Schöfmann, GF Conrad Electronic sowie Leiter der Arbeitsgruppe Urheberrecht beim Handelsverband, erklärt am Beispiel externer Festplatten, wie es zu den genannten Umsatzeinbrüchen kommt. „Eine normale externe Speicherplatte kostet mit Festplattengabe um 21,60 Euro mehr. Das ist vielen Kunden sicher zu viel und sie weichen dorthin aus, wo es günstiger ist. Das wird erfahrungsgemäß der Online-Versandhandel aus dem Ausland sein, mit dem der österreichische Handel preislich dann nicht mehr mithalten kann.“

Dieser Meinung ist auch Alexander Peretti, geschäftsführender Gesellschafter der 0815 Online Handel GmbH: „Eigentlich sollten kleine Betriebe unterstützt werden, weil sie Arbeitsplätze schaffen. Aber dann überlegt man neue Abgaben, die Unternehmen wie uns aus dem Markt drängen. Es wird Zeit, dass die Überlegungen zum Urheberrecht in der Realität ankommen.“ Peretti erwartet sich daher einen Diskurs, „in dem Modelle besprochen werden, die den Realitäts-Check bestehen“.

Bundesgremialobmann Fuchs: „Heute sind schon sehr viele Geräte mit Speichern ausgestattet, nicht nur Handys, Laptops, Tablets, Digitalkameras etc., sondern auch zB manche Autos. Die Idee einer Speichermedienabgabe ist daher völlig unsinnig, wenn man das in den Raum gestellte Modell zu Ende denkt. Bald findet sich in jedem Elektrogerät ein Speicher und für jedes einzelne müsste man Abgaben zahlen.“ Fuchs, Schöfmann und Peretti sind sich einig: „Die Festplattenabgabe wäre ein Fass ohne Boden.“

 

(Foto: Katharina Bregulla/ www.pixelio.de)

Stefanie Bruckbauer, 24.2.2014
        





OJ | 6. 3. 2014, 12:00 Uhr
kleinerhändler | 25. 2. 2014, 21:06 Uhr
Beobachter | 25. 2. 2014, 15:28 Uhr