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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Freitag, 24. November 2017
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ATV-GF Martin Gastinger fordert eine Werbelimitierung für den ORF sowie eine Abgabe für „österreichische” Werbefenster-Betreiber – deren Plattform VÖP sei eine „Witzveranstaltung deutscher Sender”.


Ab kommenden Donnerstag ist die ATV-Gruppe um einen Sender reicher.

Zu diesem Artikel gibt es folgende weiteren Informationen:

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Wolfgang Schalko, 18.10.2016

Vorstoß bei TV-Finanzierung & Vorgeschmack auf ATVsmart

ATV-GF Gastinger für ORF-Werbeverbot nach 20 Uhr

ATV-Geschäftsführer Martin Gastinger hat rund um die heftig diskutierte Erhöhung der ORF-Programmentgelte und Rundfunkgebühren ein Werbeverbot für den ORF nach 20 Uhr vorgeschlagen. „Wir von ATV haben im Gegensatz zum VÖP nichts dagegen, dass der ORF ausreichend Gebühren bekommt”, erklärte Gastinger gegenüber der APA.

Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP), dem ATV seit 2014 nicht mehr angehört, hatte zuvor eine Reduktion der ORF-Gebühren gefordert. Damit kann sich ATV-GF Martin Gastinger gar nicht anfreunden. Vielmehr sollte die Politik darauf achten, „dass der ORF den Privatsendern bei deren Haupteinnahmequelle, also dem Werbegeschäft, künftig nicht noch größere Konkurrenz macht.” Gastinger schlägt deshalb nach deutschem Vorbild ein Werbeverbot nach 20 Uhr für den öffentlich-rechtlichen ORF vor. Das würde den ORF auch „in Sachen Quotendruck zur Primetime entlasten", meinte der ATV-Chef. „Mittelfristig muss eine Werbelimitierung kommen, denn der ORF kann nicht sowohl gebührenfinanziert sein, als auch jeden privatwirtschaftlichen Vorteil für sich in Anspruch nehmen."

Zugleich machte Gastinger gegen private Werbefenster mobil. Der ATV-Chef fordert eine Abgabe für deutsche Sender: „Eine Abgabe auf die Werbegelder von Fenstersendern ohne Wertschöpfung soll eingehoben und umgehend auf all jene Medien verteilt werden, die Wertschöpfung in Österreich generieren, Sendungen produzieren und Journalisten beschäftigen." In einem Interview mit der Branchenzeitschrift „medianet" übte Gastinger heftige Kritik an den Werbefenster-Betreibern. Insgesamt gingen 60 Prozent der österreichischen Werbespendings nach Deutschland. Hauptnutznießer seien der RTL-Werbezeitenvermarkter IP sowie der ProSiebenSat.1 Puls 4-Vermarkter SevenOne. Mit Sendern wie Kabel Eins Austria oder Sixx Austria würde „Etikettenschwindel" betrieben. „Ich darf auch nicht auf ungarisches Fleisch einfach österreichisches Fleisch draufschreiben. Das Ganze ist aus meiner Sicht ein Thema für die Bundeswettbewerbsbehörde", kritisierte Gastinger.

„Geht man davon aus, dass es um ca. eine Milliarde Euro geht600 Millionen Werbung bei Privatsendern plus je etwa 150 Millionen bei Google und Facebook –, wären 5 Prozent Abgabe kein schlechter Anfang. Die Politik muss dringend etwas unternehmen, das duale System ist in wirklicher Gefahr", betonte Gastinger. Im VÖP sieht Gastinger dahingehend keinen Partner:„Der VÖP ist eine Witzveranstaltung deutscher Sender, die sich österreichisch nennen. Das einzig österreichische am VÖP sind die Radiosender."

ATVsmart – so geht's zum Programm

Indes wird eifrig am Ausbau der ATV-Gruppe gearbeitet: In gut einer Woche, am 27. Oktober, startet ATVsmart – via Antenne, Kabel, SAT und Online. Wie man den neuen Sender empfängt, welche (mobilen) Möglichkeiten sich bieten und was es zu sehen gibt, zeigt das folgende Intro-Video.

 

 

Wolfgang Schalko, 18.10.2016
        





Medientechniker | 19. 10. 2016, 23:40 Uhr