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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Mittwoch, 20. März 2019
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Wie der Österreichische Handelsverband festhält, traf die Demo am dritten Weihnachtswochenende den lokalen Wiener Handel besonders hart. GF Rainer Will meinte dazu: „Gut eine Woche vor Weihnachten kann man von einem Amazon-Förderungsprogramm sprechen."

Stefanie Bruckbauer, 17.12.2018

Handel durch Demo behindert?

Handelsverband spricht von Amazon-Förderungsprogramm

Zigtausende Menschen zogen am dritten Shopping-Samstag vor Weihnachten durch die Wiener Innenstadt um gegen die türkis-blaue Regierung zu demonstrieren. Die Folge war ua. ein riesen Verkehrschaos. Kritik kam seitens des Handelsverbandes. GF Rainer Will bezeichnete die Aktion, die gut eine Woche vor Weihnachten ablief, als „Amazon-Förderungsprogramm“.

Die Umsatzprognosen im Handel sind (aufgrund des warmen Herbstes) sowohl für das Gesamtjahr 2018 als auch für das Weihnachtsgeschäft alles andere als rosig. Auf Grund dessen hätte die Demonstration in Wien letzten Samstag den lokalen Handel besonders hart getroffen, wie der GF des österreichischen Handelsverbandes Rainer Will feststellt. „Der Ring wurde heuer mittlerweile zum 80. Mal gesperrt. Gut eine Woche vor Weihnachten kann man von einem Amazon-Förderungsprogramm sprechen", so Will.

Das Demonstrationsrecht sei wichtig und richtig, aber nicht in einer derart extensiven, geschäftsschädigenden Form auf Kosten mittelständischer Unternehmer. „Es muss einfach eine bessere Lösung als die gegenwärtige geben. Etwa eine ausgewogene Novellierung des Versammlungsgesetzes, ohne dabei demokratische Grundwerte einzuschränken, aber auch ohne alle Freiheiten auf Kosten einiger Händler völlig ungeregelt auszuleben", appelliert auch Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbandes, an die politischen Entscheidungsträger.

Unternehmer im Einzelhandel würden in Österreich ein großes finanzielles Risiko auf sich nehmen und mehr als 335.000 Arbeitnehmer beschäftigen, wie Rainer Will betont. „Regelungen, die zahllose Demos etwa am Ring oder in der Mariahilfer Straße zulassen, erschweren das Überleben zusätzlich und sorgen auch bei den Konsumenten zurecht für Verärgerung. Darüber hinaus befeuern sie die Dominanz der großen eCommerce Plattformen wie Amazon und sorgen für einen Kaufkraftabfluss ins Ausland.“ Konstruktive Maßnahmen seien vom Handelsverband bereits mehrfach vorgeschlagen worden. So wäre es an besonders sensiblen Tagen, wie einem Einkaufssamstag vor Weihnachten, denkbar, wichtige Geschäftsstraßen zu Schutzzonen zu erklären.

Stefanie Bruckbauer, 17.12.2018