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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Mittwoch, 22. August 2018
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Die brandneue Studie „Handel in Zahlen. Neu gedacht." Von Branchenradar.com und Handelsverband zeigen u.a.: Der E-Commerce wächst in Österreich 10 Mal schneller als stationärer Handel.“

Stefanie Bruckbauer, 16.5.2018

Studie von Branchenradar.com & Handelsverband

„Handel in Zahlen. Neu gedacht."

Der österreichische Handelsverband stellte gestern die Ergebnisse der neuen Studie „Handel in Zahlen. Neu gedacht." vor. Diese zeigen u.a.: Die Jahresbilanz im Österreichischen Handel 2017 weist einen 4%igen Anstieg der Ausgaben privater Haushalte auf. Einzelhandels-und einzelhandelsnahe private Ausgaben erreichen einen neuen Rekordwert. Der E-Commerce wächst 10 Mal schneller als stationärer Handel.“

Die brandneue Studie „Handel in Zahlen. Neu gedacht. Die Jahresbilanz 2017" von Branchenradar.com Marktanalyse und Handelsverband untersuchte welche Produktgruppen die Privatausgaben im stationären Einzelhandel sowie im Distanzhandel 2017 angetrieben haben und wie stark die Paketvolumina heimischer KEP-Dienstleister angesichts des Online-Shopping-Booms gestiegen sind. Die Ergebnisse zeigen: 2017 haben sich die Ausgaben der privaten Haushalte in Österreich um +3,8% auf 182,7 Milliarden Euro erhöht. Die anziehende Inflation drückt den realen Anstieg auf immer noch robuste +1,7%. „Die einzelhandels-und einzelhandelsnahen Ausgaben sind im letzten Jahr um fast +4% gewachsen und haben einen neuen Rekordwert von 105,9 Milliarden Euro erreicht. Davon entfallen 60,8 Milliarden auf den Einzelhandel im engeren Sinn", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will, der angesichts der guten Konjunktur auch für 2018 eine ähnlich positive Entwicklung erwartet – „insbesondere sofern die geplanten Strukturreformen und bürokratischen Erleichterungen für heimische Unternehmen rasch umgesetzt werden.“

Ausgaben fließen in Sachen, die Spaß machen

„Das größte Ausgabensegment im Handel war 2017 der Lebensmittelsektor mit 22,8 Milliarden Euro und einem Wachstum von +2,8%. Der Bücher-und Zeitschriftenmarkt hat hingegen ein Minus von 2,5% zu verdauen", erläutert Frank Hensel, Vizepräsident des Handelsverbandes. Studienautor Andreas Kreutzer ergänzt: „Den Preisaufrieb unberücksichtigt setzt sich der Trend zu Ausgaben und Anschaffungen mit hohem Freizeitcharakter oder Sexappeal fort. So übertreffen etwa die Mehraufwendungen für Urlaub und Freizeit die einzelhandelsrelevanten Mehraufwendungen um rund 200 Millionen Euro."

E-Commerce wächst und wächst und wächst

Der Distanzhandel befindet sich in Österreichlaut Studie weiterhin auf Wachstumskurs. „Insbesondere der E-Commerce hat 2017 massiv an Bedeutung gewonnen. Der Vertriebskanal generiert um +14,2% höhere Privatausgaben als noch 2016. Damit wächst der Distanzhandel 10-mal so schnell wie der stationäre Handel", bestätigt Rainer Will.

Das Volumen ist auf insgesamt 8,7 Milliarden Euro angestiegen, davon sind 4,9 Milliarden Euro einzelhandelsrelevant. Der Anteil des Distanzhandels an den einzelhandelsrelevanten Ausgaben liegt damit bei 8,1% – „Tendenz steigend“, ergänzt Will.

In einigen Warengruppen, zB bei Büchern oder Videospielen, wird der stationäre Einzelhandel bereits massiv vom Distanzhandel bedrängt, aber: „Der Hype ums Online-Shopping ist in vielen Märkten wohl einen Tick übertrieben. Denn einen relevanten Marktanteil hält der Distanzhandel in weniger als fünf Ausgabengruppen. Mehr als 70% der privaten Haushaltsausgaben sind in drei Segmenten gebündelt. (Anmerkung: Eines dieser drei Segmente sind Elektrogeräte & Elektronik, Bild- & Tonträger’). Und trotz massiver Investitionen ist Online-Shopping im Lebensmittelhandel noch eine Nischenangelegenheit", relativiert Andreas Kreutzer.

Auch Weiße Ware mit Zuwächsen

„Generell konzentrieren sich die signifikanten Ausgabensteigerungen auf einige wenige Warengruppen. Im Bereich des Einzelhandels zählen frische Lebensmittel mit +3,9%, alkoholische Getränke mit +4,2%, Kunstgegenstände mit +42,4%, Weißware mit +5,6% sowie Damenbekleidung mit +2,5% zu den Ausgabentreibern", so Frank Hensel, der im stationären Einzelhandel von einem „anhaltenden, wenn auch eingebremsten“ Strukturwandel ausgeht. Das heißt weniger Standorte, größere Verkaufsflächen und noch mehr Filialisierung im Handel.

B2C Paketlawine 

Noch stärker als der Distanzhandel hat im letzten Jahr laut Studie der so genannte KEP Markt (Kurier-, Express-und Paketdienste) zugelegt. „2017 lag die Zahl der zugestellten Pakete im B2C Bereich bei unglaublichen 105,7 Mio. Damit ist die Zahl der Pakete innerhalb eines Jahres um +27% gestiegen", bestätigt Rainer Will. Hauptgründe für die Paketlawine sind neben dem generellen E-Commerce-Boom v.a. überproportional steigende Teillieferungen sowie Retouren. 

Mehr über die Studie „Handel in Zahlen. Neu gedacht. Die Jahresbilanz 2017" bzw. wie die Elektrobranche performed, erfahren Sie in der kommenden E&W.

Stefanie Bruckbauer, 16.5.2018