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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Montag, 22. Oktober 2018
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Razzia bei Metro. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf untersucht neben dem Vorwurf der Marktmanipulation auch, ob sich führende Manager des Konzerns des Insiderhandels schuldig gemacht haben. (Bild: Metro Group)

Stefanie Bruckbauer, 16.11.2017

Verdacht auf Marktmanipulation und Insiderhandel

Ermittlungen gegen Metro Konzern

Anfang November ging es wie ein Lauffeuer durch die deutsche Medienlandschaft: Die deutsche Staatsanwaltschaft durchsuche die Metro-Zentrale. Der Grund: Zwei Spitzenmanager des Düsseldorfer Konzerns stehen unter dem Verdacht des Insiderhandels. Metro kooperiere „in vollem Umfang“, wies den Vorwurf des Insiderhandels jedoch zurück.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb am 3. November 2017: „Spitzenmanager des Handelskonzerns Metro stehen unter dem Verdacht des Insiderhandels. Polizei und Staatsanwaltschaft haben Büros des Unternehmens in Düsseldorf durchsucht. Metro kooperiere ‚in vollem Umfang‘ mit den Ermittlern, sagte ein Sprecher. Die Finanzaufsicht Bafin hatte zuvor Strafanzeige erstattet. Es geht um verdächtige Aktienkäufe im vergangenen Jahr - kurz bevor der Handelskonzern seine Aufspaltung in Ceconomy und Metro öffentlich gemacht hat.“ Soll heißen: Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann hatte Ende Februar 2016 Metro-Aktien im Wert von einer Million Euro gekauft. Circa ein Monat später kündigte der Konzern an, er prüfe eine Aufspaltung in zwei Unternehmen, nämlich „Ceconomy“ mit Elektroschwerpunkt und „Metro Wholesale & Food Specialist“ mit Lebensmittelschwerpunkt. An der Börse kamen die Pläne damals gut an. Der Metro-Aktienkurs ging in die Höhe.

Steinemanns Aktienpaket soll heute rund 25% mehr wert sein, als beim Kauf im Februar 2016. Nun wird der Frage nachgegangen, ob der Aufsichtsratschef damals schon wusste, dass der Handelskonzern bald seine Aufspaltung prüfen würde - und mit dieser Ankündigung die Aktienmärkte bewegen werde. Es bestehe der Verdacht auf Insiderhandel und Markt-Manipulation. Wie u.a. die Süddeutsche schreibt, habe neben Steinemann auch ein Vorstandsmitglied, nämlich Pieter Boone, vor der Aufspaltungsmitteilung Aktien gekauft, auch dieser Spitzenmanager werde des Insiderhandels verdächtigt.

Zurückgewiesen

Der Düsseldorfer Konzern wies die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück. Ein Metro-Sprecher betonte laut deutschen Medien, dass „zum Zeitpunkt, als Herr Steinemann und ein Vorstandsmitglied Aktien erworben haben, keine Insider-Information vorlag". Auch habe der Konzern nicht gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen.

Neue Details

Wie vor einigen Tagen berichtet wurde, gibt es bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen des Verdachts auf Marktmanipulation und Insiderhandel beim Handelskonzern Metro neue Details. So soll nun offenbar auch gegen jetzige Ceconomy-Manager ermittelt werden. Ein Ceconomy-Sprecher soll gegenüber Medien geäußert haben, dass sich die Ermittlungen „auf das dafür seinerzeit verantwortliche Gremium der Metro AG, den damaligen Vorstand der Metro AG“ beziehen. Dem Gremium gehörten neben Metro-CEO Olaf Koch u.a. der jetzige Ceconomy-Chef Pieter Haas sowie Ceconomy-Finanzchef Mark Frese an.

Stefanie Bruckbauer, 16.11.2017