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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Mittwoch, 17. Januar 2018
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Das Omega Firmengebäude wird seit August mit hauseigenem Sonnenstrom versorgt – rund die Hälfte des Bedarfs kann damit abgedeckt werden. (©Omega)



Für Omega-GF Günter Neubauer gibt es zwei gute Gründe für eine firmeneigene PV-Anlage: erstens den Umweltaspekt und zweitens niedrigere Kosten – die natürlich einen Wettbewerbsvorteil bedeuten. (©Omega)



Energieexpertin Cornelia Daniel will die PV-Durchdringung im Gewerbe steigern. (©Piers Erbslöh)

Wolfgang Schalko, 13.12.2017

Mehr als nur ein „grüner Anstrich”

Omega: Wettberwerbsvorteil mit eigener PV-Anlage

Weitblick ist in der schnellebigen IT- und Elektrobranche mittlerweile essenziell – und diesen beweist Distributor Omega nun auch in Sachen Energie. Kürzlich wurde eine Photovoltaik-Anlage mit 160 kWh Jahresleistung auf dem Dach der Unternehmenszentrale in Wien Liesing in Betrieb genommen.

Seit Ende August ist die leistungsstarke PV-Anlage bei Omega in Betrieb und Geschäftsführer Günter Neubauer damit höchst zufrieden. Schließlich produzierte man seither bereits einiges an Strom – was auch auf einem eigens installierten Display im Empfangsbereich veranschaulicht wird – und verleiht dem Unternehmen dadurch nicht nur einen „grünen Anstrich", sondern sorgt auch für ökonomische Vorteile. Diese Kombination habe schließlich den Ausschlag gegeben, wie Neubauer betont, der mit einer Amortisation in 8-10 Jahren (bei einer Lebensdauer von mind. 25 Jahren) rechnet.

Glücklicher Zufall

Den Blick nach vorne – auch was alternative Formen der Energiegewinnung betrifft – erachtet der GF als Teil des Selbstverständnisses von Omega: „Wir setzen auf stetige Innovation, gesundes Wachstum und Nachhaltigkeit im Handeln. Das eigene Solarkraftwerk am Dach ist Ausdruck dessen und spart uns bereits ab dem ersten Tag bares Geld, das wir in die Weiterentwicklung des Unternehmens investieren."

Wie Neubauer schildert, habe er nach einer zufällig entstandenen Diskussion über Photovoltaik im Privatbereich das Thema auch von kommerzieller Seite beleuchtet und schnell festgestellt, dass eine eigene PV-Anlage für Omega wirtschaftlich Sinn macht. Hier kamen dem Unternehmen einige Umstände zugute, wie etwa dieser, dass das Firmengebäude mit seinem Flachdach prädestiniert für eine PV-Anlage ist, oder jener, dass man als Büro und Lager den Strom hauptsächlich dann verbraucht, wenn er von der PV-Anlage produziert wird – wobei eine Klimaanlage für die fast 100 Mitarbeiter den Effekt nochmals steigert. Außerdem hatte man bereits eine Wärmepumpe im Einsatz.

„Das Thema Photovoltaik ist mit sehr viel Administration – Bewilligungen, Förderantröge, etc. – behaftet, die eigentlich kein Unternehemer selbst machen will. Daher lautet das Um und Auf, hier mit einer hochprofessionellen Firma zusammen zu arbeiten. Nicht zuletzt, weil dadurch auch die Kosten kalkulierbar und völlig klar sind, sodass man keine unliebsamen Überraschungen erlebt", berichtet Neubauer, der für die Anlagenerrichtung die Dienste der Ökovolt GmbH in Anspruch nahm. „Das Ganze wurde sehr professionell abgewickelt, von der Planung der Anlage mit Größenauslegung, Lastprofil, etc bis hin zur Montage und Inbetriebnahme. Sogar die Wetterdaten wurden mit einberechnet."

Komplett durchdacht

Mit der neuen Photovoltaik-Anlage ist Omega nun in der Lage, mehr als die Hälfte (53%) des täglich benötigten Stroms am eigenen Dach zu produzieren. Über das Jahr gerechnet entspricht das rund 160.000 kWh Strom bzw einer Reduktion des CO2-Ausstoßes um rund 1.800 Tonnen jährlich. Zur weiteren Steigerung der Effizienz kommt außerdem eine intelligente Regelung zum Einsatz: Ehe der Überschussstrom ins Netz gespeist wird, nutzt man diesen zum Laden der Stapler bzw zum „Betanken" von Elektromobilen an den beiden ebenfalls neu errichteten E-Tankstellen.

Neubauer und die Energieexpertin Cornelia Daniel sind sich einig, dass Photovoltaik in Zukunft zu den wichtigsten innerbetrieblichen Effizienzmaßnahmen gehören wird. Ihr gemeinsamer Appell: Jedes Unternehmen sollte sich mit dem Thema beschäftigen und durchrechnen, ob bzw. wie es von Photovoltaik profitieren kann – wofür zB der Quick Check der Initiative „Tausend und ein Dach" eine einfache und schnelle Informationsmöglichkeit darstellt. Denn heute ist Strom aus eigener Produktion oftmals günstiger ist jener aus dem Netz. „Ich will hier auch Branchenkollegen motivieren, etwas zu tun. Denn es gibt kein Argument, das gegen Photovoltaik spricht", so Neubauer abschließend.

Sonnenstrom-Mission

„Früher oder später wird jedes Dach zum Kraftwerk werden", prognostiziert die Energieexpertin Cornelia Daniel, die mit ihrem Unternehmen Dachgold und der Initiative „Tausend und ein Dach" die Mission verfolgt, „auf jedes Gewerbedach eine PV-Anlage" zu bringen – wobei jedes Unternehmen mit eigener Dachfläche (immerhin rund 70.000 der 300.000 heimischen Firmen) und konstantem Stromverbrauch untertags dafür prädestiniert seien. „Alle Berechnungen zeigen, dass sich die Installation von Photovoltaik-Anlagen im gewerblichen Sektor auszahlt und bereits ab dem ersten Tag die Fixkosten spürbar senkt. Und wenn auch noch eine Klimaanlage vorhanden ist, führt ohnehin kein Weg an einer eigenen PV-Anlage vorbei", so Daniel. Denn technologisch sei die Photovoltaik mittlerweile „fertig", dh Module und Wechselrichter ausgereift, den Unterschied mache heute Unterbau, Montage und v.a. das Management System – und ab 2020/21 sei auch mit einem Speicherboom zu rechnen.

Am Beispiel von Omega weist Daniel auf eine interessante Marktentwicklung hin: „Es sind immer innovationsorientierte und langfristig erfolgreiche Unternehmen, die in Photovoltaik investieren und dadurch ihre Handlungsautonomie stärken. Oft sind es gar nicht die Big Names, die vorne weg ziehen – wobei die jetzt auch auf den PV-Zug aufspringen."

Wolfgang Schalko, 13.12.2017