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Österreichs Insiderblatt für die Elektrobranche | Samstag, 21. Juli 2018
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Dominik Schebach, 13.12.2017

[Update!] Stellunngnahme von MediaMarkt

AK klagt Werbeaussagen von MediaMarkt ein

Mit Werbeaussagen muss man vorsichtig sein: Werbung mit „dem besten Preis in Europa“ muss zutreffen, wie nun ein Verfahren der AK Wien gegen MediaMarkt wieder bestätigte. Die hatte den Großflächenanbieter nach Konsumentenbeschwerden im Frühjahr 2017 nach dem UWG geklagt. Das Verfahren wurde durch einen Vergleich beendet. Media Markt verpflichtete sich, diese irreführende Werbung zu unterlassen. Eine Bestpreis-Werbung muss tatsächlich zutreffen.

Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: MediaMarkt bewarb im Frühsommer 2017 diverse technische Produkte mit dem Hinweis „Bester Preis in Europa“. Aufgrund einer Konsumentenbeschwerde in Tirol zu einer Waschmaschine nahm die AK Wien das Angebot genauer unter die Lupe und siehe da, viele der beworbenen Produkte waren bei anderen europäischen Händlern günstiger.

Die Stichtage für die Preiserhebung lagen jeweils zwei Wochen vor dem aktuell beworbenen Angebot. Die AK recherchierte auf der Preisvergleichsplattform www.geizhals.eu und kam zu einem anderen Ergebnis. „Bei den stark schwankenden Preisen von Elektroprodukten konnte das Angebot für Interessierte gar nie aktuell sein“, so AK Expertin Ulrike Ginner. „Wir staunten nicht schlecht, als zahlreiche Produkte selbst zum angegebenen Stichtag bei anderen europäischen Händlern günstiger angeboten wurden.“

Die AK Wien als Bundesarbeitskammer brachte daraufhin eine Klage wegen Unlauteren Wettbewerbs (UWG) beim Landesgericht Wiener Neustadt ein. Dieses Verfahren wurde durch einen Vergleich beendet. Media Markt verpflichtete sich, künftig irreführende Werbung mit europaweit jeweils günstigsten Preisen von regulär lagernder oder kurzfristig beschaffbarer Neuware zu unterlassen, wenn das bereits bei Beginn des beworbenen Aktionszeitraums nicht mehr zutrifft, oder die beworbenen Produkte zum angegebenen Stichtag bei anderen Händlern in Europa zu einem geringeren Preis erhältlich sind.

 

[Update] Stellungnahme von MediaMarkt

Inzwischen hat uns MediaMarkt über seine Agentur eine Stellungnahme zu dem Verfahren und Vergleich mit der AK zukommen lassen:

„MediaMarkt kalkuliert seine Preise stets marktkonform und wettbewerbsfähig. Das Bestreben ist es, Kundinnen und Kunden eine Vielzahl an Aktionen und Angeboten zu bieten, und wir setzen auch generell auf eine möglichst attraktive Preisgestaltung.

Bei der Kommunikation sämtlicher Angebote fokussieren wir auf die Interessen und Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden. Wir möchten betonen, dass unsere Werbeaussagen grundsätzlich sorgfältig gewählt werden,jedoch unterliegen gerade die Preise von Elektro- und Elektronikprodukten starken Schwankungen. Somit hat sich im Zuge der der Veröffentlichung des genannten Flyers die angesprochene Preisabweichung ergeben.

Wir bedauern, dass somit missverständliche Botschaften vorlagen. Keinesfalls wollen wir unsere Kundinnen und Kunden mit einzelnen Werbeaussagen irreführen und werden dementsprechend die Aussage, den günstigsten Preis in Europa zu bieten, künftig vermeiden”, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens.

 

Dominik Schebach, 13.12.2017
        





Beobachter | 14. 12. 2017, 11:27 Uhr
Gast | 14. 12. 2017, 07:52 Uhr
Beobachter | 13. 12. 2017, 19:52 Uhr
kleinerhändler | 13. 12. 2017, 18:06 Uhr